Personen auf Gleisen zwingen Züge zu Schnellbremsungen in Bantorf und Wolfenbüttel

(Symbolbild)

An zwei niedersächsischen Bahnhöfen haben Personen im Gleisbereich am gestrigen Tag für gefährliche Situationen gesorgt und Regionalzüge zu Schnellbremsungen gezwungen. Nur durch das aufmerksame Verhalten der Zugführer konnten schwere Unfälle verhindert werden.

Den ersten Vorfall ereignete sich gegen 11 Uhr am Bahnhof Bantorf. Ein 41-jähriger Rumäne überquerte unmittelbar vor der einfahrenden S-Bahn der Linie S2 die Gleise und zwang den Triebfahrzeugführer zu einer Vollbremsung. Die rund 60 Reisenden blieben trotz des ruckartigen Bremsvorganges unverletzt. Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektion Hannover fahndeten nach dem Mann und entdeckten ihn noch im Nahbereich des Tatorts. Nach der Feststellung seiner Personalien, dem Tatvorwurf und einem Gespräch wurde er vor Ort entlassen.

Rund fünf Stunden später spielte sich in Wolfenbüttel ein ähnlicher Vorfall ab. Der Triebfahrzeugführer einer Regionalbahn erkannte mehrere Jugendliche auf der Bahnbrücke über die Oker, etwa zwei Kilometer südlich des Bahnhofs Wolfenbüttel. Eine Person befand sich mit Kopfhörern direkt auf den Schienen. Der Zugführer leitete sofort eine Schnellbremsung ein. Die Person auf den Gleisen erschrak und flüchtete unerkannt vom Tatort.

Landes- und Bundespolizei starteten eine umfangreiche Fahndung, bei der auch ein Bundespolizeihubschrauber zum Einsatz kam. Die Beamten ermittelten zwei Jugendliche im Nahbereich, der Hauptverursacher konnte sich jedoch unerkannt entfernen. Ob die beiden aufgegriffenen Jugendlichen im Zusammenhang mit dem Vorfall stehen, wird nun ermittelt. Die 25 Reisenden der Regionalbahn blieben unverletzt, der Zug konnte seine Fahrt nach den polizeilichen Maßnahmen fortsetzen.

Beide Vorfälle führten zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen im Betriebsablauf der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Bundespolizeiinspektion Hannover leitete zwei Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

Die Bundespolizei warnt eindringlich vor dem leichtsinnigen Aufenthalt in Gleisbereichen. Züge seien oft schwer zu erkennen und zu hören, ein Bremsvorgang bei voller Fahrt könne mehrere hundert Meter dauern. Leichtsinniges Fehlverhalten könne neben strafrechtlichen Konsequenzen im schlimmsten Fall zu schweren Verletzungen oder dem Tod führen.