Schockanrufe in Troisdorf: Betrüger erbeuten 30.000 Euro – Zweiter Versuch scheitert

(Symbolbild)

Am Mittwochmittag sind Telefonbetrüger in Troisdorf erfolgreich gewesen und haben einer 67-jährigen Frau 30.000 Euro in bar abgenommen. Bei einem zweiten Betrugsversuch am selben Tag blieb eine 86-Jährige dank der Hilfe ihres Nachbarn verschont.

Der erste Schockanruf erreichte die 67-Jährige gegen 12:00 Uhr. Eine Frau gab sich am Telefon als ihre Schwester aus und behauptete, bei einem Verkehrsunfall sei eine Person verletzt worden. Dringend werde eine größere Summe Bargeld benötigt. Die Troisdorferin bot ihre Hilfe an und stellte 30.000 Euro in Aussicht. Als Abholer des Geldes nannte die Anruferin eine Person namens „Alex“.

Während die Seniorin auf den Abholer wartete, hielt die Betrügerin sie durchgehend am Telefon und diktierte ihr einen langen Text zum Aufschreiben. Schließlich klingelte „Alex“ an der Haustür – ein untersetzter, etwa 40 Jahre alter, europäisch wirkender Mann. Die Geschädigte übergab das Geld in einem weißen Jutebeutel. Erst danach wurde ihr bewusst, dass sie betrogen worden war, und sie verständigte die Polizei.

Um 14:30 Uhr versuchten die Täter einen zweiten Coup: Eine angebliche Rechtsanwältin rief eine 86-jährige Troisdorferin an und berichtete von einem Verkehrsunfall, den eine Angehörige der Geschädigten verursacht habe. Die Seniorin bot daraufhin 20.000 Euro als Kaution an. Da sie schlecht sieht, ging sie mit Geld und Telefon zu einem Nachbarn, der beim Zählen helfen sollte. Als die Anruferin dies bemerkte, wurde sie ungehalten und beendete das Gespräch. Dadurch kam es zu keiner Geldübergabe.

Beide Schockanrufe wurden teilweise in russischer Sprache geführt. Die Ermittler vermuten daher, dass die Opfer gezielt aufgrund ihrer russischen Wurzeln ausgewählt wurden.

Die Polizei sucht Zeugen, die zwischen 12:00 und 16:00 Uhr im Bereich der Magdalenenstraße in Troisdorf verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise nimmt die Polizei unter 02241 541-3221 entgegen.

Die Beamten warnen eindringlich vor betrügerischen Schockanrufen. Täter geben sich oft als Angehörige, Polizisten oder Ärzte aus und behaupten, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht oder befinde sich in Lebensgefahr. Ziel ist es, die Angerufenen in Panik zu versetzen und zur Übergabe von Bargeld oder Wertsachen zu bewegen.

Die Polizei rät: Bei verdächtigen Anrufen ruhig und misstrauisch bleiben, das Gespräch umgehend beenden, die angeblich betroffene Person über die bekannte Telefonnummer selbst zurückrufen, am Telefon keine Auskunft über Vermögen geben, sich nicht zu Geldübergaben überreden lassen und im Zweifel die Polizei unter 110 kontaktieren. Außerdem sollten ältere Familienmitglieder über diese Betrugsform aufgeklärt werden.