Länderübergreifende Reisebus-Kontrolle: Nur 6 von 24 Bussen ohne Mängel – 4 Fahrverbote verhängt

(Symbolbild)

Bei einer groß angelegten länderübergreifenden Kontrollaktion haben über 60 Einsatzkräfte am Donnerstag 24 Reisebusse überprüft und dabei erschreckende Mängel festgestellt. Nur sechs Fahrzeuge konnten die Kontrolle ohne Beanstandung passieren. In vier Fällen mussten die Beamten die Weiterfahrt sofort untersagen.

Die Aktion fand im Rahmen der Sicherheitskooperation der Länder Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. Unterstützt wurden die Polizisten von Mitarbeitern des Bundesamtes für Logistik und Mobilität, des Zolls und der Regierungspräsidien Darmstadt und Unterfranken. Insgesamt verhängten die Beamten rund 22.000 Euro an Sicherheitsleistungen für die festgestellten Verstöße.

Besonders gravierende Mängel stellten die Kontrolleure bei einem osteuropäischen Reisebus fest: Die Haltebänder der Druckspeicher der Druckluftbremsanlage waren korrodiert, eines der beiden Haltebänder hing bereits lose an der Befestigungsschraube. Eine anschließende Prüfung ergab weitere erhebliche Mängel. Das Unternehmen musste für die 15 Fahrgäste ein Ersatzfahrzeug organisieren. Zusätzlich konnten die Fahrer ihre Arbeitstätigkeiten der vergangenen Tage nicht nachweisen und mussten eine Zwangspause einlegen.

Einen Reisebus aus der Balkanregion stoppten die Beamten wegen einer mehrfach gerissenen Bremsscheibe. Die wenigen Fahrgäste mussten ebenfalls in einem Ersatzfahrzeug weiterreisen. Ein südosteuropäischer Bus im internationalen Linienbetrieb wurde stillgelegt, weil die Abgasreinigungsanlage nicht funktionierte, das Fahrzeug Kraft- und Schmierstoffe verlor und zudem kapitale Rostschäden am Rahmen aufwies.

Bei einem weiteren osteuropäischen Busunternehmen entdeckten die Kontrolleure einen sogenannten „Emulator“, der die Abgasanlage (AdBlue-System) manipulierte und die Abgasreinigung außer Betrieb setzte. Zusätzlich wies der Bus einen abgefahrenen Reifen auf. Auch hier musste ein Ersatzfahrzeug für die zehn Fahrgäste organisiert werden.

Neben den technischen Mängeln stellten die Beamten bei der Gepäckkontrolle eines osteuropäischen Fahrgasts fest, dass dieser illegal 12 Kilogramm Schweinefleisch mitführte. Das Veterinäramt stellte die Ware sicher und prüft nun, ob der Erreger der afrikanischen Schweinepest ausgeschlossen werden kann.