Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der B415 in Lahr mit zwei Todesopfern ist der 56-jährige französische Lastwagenfahrer wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungsrichterin setzte den Mann am Freitagmittag nach der Vorführung frei, da er einen festen Wohnsitz nachweisen konnte. Seine deutsche Fahrerlaubnis wurde ihm jedoch vorläufig entzogen.
Dem französischen Staatsbürger werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorgeworfen. Der 56-Jährige hatte die Nacht zuvor in polizeilichem Gewahrsam verbracht, bevor er auf Antrag der Staatsanwaltschaft Offenburg dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht in Offenburg vorgeführt wurde.
Für die beiden getöteten Fußgänger – eine 38-jährige Frau und einen 37-jährigen Mann – wurde eine gerichtliche Obduktion angeordnet. Die Opfer befanden sich zum Unfallzeitpunkt beim Überqueren des Fußgängerweges mitten auf der Fahrbahn, als sie von dem Lkw erfasst wurden.
Der Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz vor 15 Uhr auf der B415 im Bereich der Einmündung zur B3. Der Lkw-Fahrer war von Lahr kommend in Richtung Autobahn unterwegs und fuhr auf einen vor ihm fahrenden Opel Corsa auf. Der Opel kollidierte daraufhin mit einem Ampelmast. Anschließend erfasste der Lastwagen die beiden Fußgänger und fuhr weiter Richtung Autobahn.
Vor Ort vernommene Zeugen gaben übereinstimmend an, dass die Lichtzeichenanlage für den in Richtung Autobahn fahrenden Verkehr auf Rot geschaltet war. Die beiden Insassen des Opel Corsa wurden verletzt und mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.
Der flüchtige Lkw-Fahrer konnte nach einer großangelegten Fahndung mit Einsatzkräften umliegender Reviere und einem Polizeihubschrauber kurz nach 16 Uhr angetroffen und vorläufig festgenommen werden. Hinweise auf eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder Betäubungsmittel zum Unfallzeitpunkt lagen nicht vor.
Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat ein Sachverständigengutachten zur Unfallrekonstruktion in Auftrag gegeben. Der Verkehrsdienst Offenburg übernahm die weiteren Ermittlungen. Die Polizei konnte auch den gesuchten E-Scooter-Fahrer ausfindig machen – ein junger Mann meldete sich am späten Abend und machte Angaben zum Sachverhalt. Zusätzlich meldeten sich die Eltern eines Jungen, der sich ebenfalls auf dem Fußgängerüberweg befand.
Die Sperrung der Bundesstraße 415 wurde nach Abschluss der Unfallaufnahme gegen 21.30 Uhr wieder aufgehoben. Warum der Lastwagenfahrer nach dem Zusammenstoß nicht angehalten hatte und ob ein medizinischer Grund die Unfallursache war, ist weiterhin Gegenstand der verkehrspolizeilichen Ermittlungen.