In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist ein 18-jähriger Deutscher am Bahnhof München-Pasing schwer verunglückt. Nach einer verbalen Auseinandersetzung trat der junge Mann gegen eine anfahrende S-Bahn und wurde durch die Sogwirkung zwischen Zug und Bahnsteigkante gezogen.
Die Bundespolizeiinspektion München wurde um 00:50 Uhr von der Integrierten Leitstelle über den Vorfall am Bahnsteig 8 des Pasinger Bahnhofs informiert. Zuvor war es zwischen dem 18-Jährigen und seinen beiden Begleitpersonen sowie einem weiteren Mann zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen.
Nachdem der junge Mann gemeinsam mit seinen Begleitern eine S-Bahn der Linie S3 in Richtung Mammendorf verlassen hatte, trat er gegen den bereits anfahrenden Zug. Dabei verlor er das Gleichgewicht und geriet zwischen Zug und Bahnsteigkante. Die Sogwirkung schleifte ihn mehrere Meter mit, bevor einer seiner Begleiter ihn zurück auf den Bahnsteig ziehen konnte.
Ein unbeteiligter Triebfahrzeugführer, der den Vorfall beobachtete, informierte sofort den Fahrer der betroffenen S-Bahn. Dieser leitete eine Schnellbremsung ein und brachte den Zug etwa 500 Meter nach dem Bahnhof zum Stillstand. Die rund 120 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt.
Der 18-Jährige erlitt bei dem Unfall multiple Frakturen an den Beinen, die operativ versorgt werden mussten. Der Triebfahrzeugführer erlitt einen Schock, musste abgelöst werden und kam zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.
Der Vorfall führte zu erheblichen Störungen im S-Bahn-Verkehr. Insgesamt 13 Züge verspäteten sich um eine Gesamtzeit von 246 Minuten. Die Bundespolizei hat Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.