Verkehrsunfälle in Oldenburg und Ammerland: 15 Tote und 195 Schwerverletzte im Jahr 2025

(Symbolbild)

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen ist in der Region Oldenburg und im Landkreis Ammerland dramatisch gestiegen. Bei nahezu gleichbleibenden Gesamtunfallzahlen starben 2025 fünfzehn Menschen bei Verkehrsunfällen – fast vier Mal mehr als im Vorjahr (2024: vier Tote). Die Zahl der Schwerverletzten stieg von 157 auf 195 Personen.

Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland 8.174 Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr, nur drei weniger als 2024 (8.177). Trotz der stabilen Gesamtzahlen auf weiterhin niedrigem Niveau alarmiert die deutliche Zunahme schwerer Unfälle die Behörden.

„Jeder Verkehrsunfall mit schweren Folgen ist einer zu viel“, betont der Leiter der Polizeiinspektion, Leitender Polizeidirektor Thomas Weber. „Hinter den Zahlen stehen immer menschliche Schicksale: Fünfzehn Menschen haben im vergangenen Jahr ihr Leben verloren, 195 wurden schwer verletzt.“

Stadt Oldenburg: Drei Tote bei gleichbleibenden Unfallzahlen

In der Stadt Oldenburg ereigneten sich 2025 im Stadtgebiet (ohne Autobahnen) 4.600 Verkehrsunfälle – 14 weniger als im Vorjahr (4.614). Dabei stieg die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge von 122.753 auf 123.839. Dramatisch verschlechterte sich jedoch die Schwere der Unfälle: Die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg von 804 auf 871, schwere Unfälle nahmen von 66 auf 93 zu. Drei Menschen starben 2025 bei Verkehrsunfällen in Oldenburg.

Positiv entwickelte sich die Lage auf den Autobahnen im Stadtgebiet: Dort sanken die Unfälle von 540 auf 510, die Zahl der Verletzten ging von 156 auf 131 zurück. Todesfälle gab es auf den Autobahnen keine.

Landkreis Ammerland: Elf Tote bei steigenden Unfallzahlen

Im Landkreis Ammerland verschärfte sich die Situation deutlicher. Bei 2.664 Verkehrsunfällen (54 mehr als 2024) stieg die Zahl der Unfälle mit Verletzten von 486 auf 537. Besonders alarmierend: Die Zahl der schweren Unfälle kletterte von 62 auf 77, elf Menschen verloren ihr Leben – mehr als dreimal so viele wie 2024 (drei Tote).

Auch im Ammerland stieg die Zahl zugelassener Fahrzeuge von 131.221 auf 132.680. Auf den Autobahnen im Landkreis nahmen die Unfälle leicht von 196 auf 204 zu, die Verletzten sanken jedoch von 29 auf 25.

Hauptunfallursachen und Risikogruppen

In beiden Bereichen führen Vorfahrtsfehler die Unfallstatistik an: In Oldenburg mit 24,0 Prozent, im Ammerland mit 28,9 Prozent. Fehler beim Abbiegen folgen mit 22,4 Prozent (Oldenburg) beziehungsweise 15,1 Prozent (Ammerland). Im Ammerland spielt überhöhte Geschwindigkeit mit 11,3 Prozent eine bedeutende Rolle.

Bei den Risikogruppen zeigt sich ein gemischtes Bild: Während in Oldenburg die Zahl verunglückter Kinder (bis 14 Jahre) von 66 auf 74 stieg und vier schwer verletzt wurden (2024: zwei), kamen im Ammerland sogar zwei Kinder ums Leben. Von 54 verletzten Kindern im Ammerland waren 30 als Radfahrer, 21 als Mitfahrer und drei als Fußgänger unterwegs.

Radfahrer besonders gefährdet

Radfahrer bleiben eine stark gefährdete Gruppe. In Oldenburg stieg die Zahl der Unfälle mit Radfahrern von 587 auf 615, die der Verletzten von 461 auf 481. Schwere Unfälle nahmen von 36 auf 46 zu. Im Ammerland kletterten die Unfälle von 211 auf 250, drei Radfahrer starben. Bei Pedelec-Unfällen stiegen die Zahlen von 68 auf 101 Fälle mit einer Zunahme der Verletzten von 63 auf 90.

Auch Fußgänger sind verstärkt betroffen: In Oldenburg stieg ihre Zahl von 126 auf 136 Unfallbeteiligte, die Schwerverletzten von neun auf sechzehn. Drei Fußgänger kamen ums Leben.

Senioren häufiger in Unfälle verwickelt

Bei den über 65-Jährigen nahm die Unfallbeteiligung in beiden Bereichen zu: In Oldenburg von 1.092 auf 1.119 Beteiligte, im Ammerland von 711 auf 752. Während in Oldenburg die Verletzten von 127 auf 188 stiegen und zwei Senioren starben, wurden im Ammerland vier getötet.

Junge Fahrer (18-24 Jahre) waren dagegen in Oldenburg seltener in Unfälle verwickelt (883 statt 944), während im Ammerland ihre Zahl von 496 auf 510 stieg. Dort verloren drei junge Menschen ihr Leben.

Besondere Unfalltypen

Alkohol spielte in 77 Unfällen in Oldenburg (2024: 73) und 37 Fällen im Ammerland (2024: 46) eine Rolle. Unfallfluchten blieben in Oldenburg mit 1.290 Fällen konstant, die mit Verletzten stiegen jedoch von 75 auf 88. Im Ammerland sanken sie von 572 auf 554, mit Verletzten von 41 auf 37.

Im Ammerland ereigneten sich 57 Baumunfälle (2024: 53) mit vier Todesopfern und 487 Wildunfälle (2024: 489), was 18,3 Prozent aller Unfälle entspricht.

Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Angesichts der besorgniserregenden Entwicklung will die Polizei ihre Maßnahmen intensivieren. Weber kündigt verstärkte Kontrollen gegen überhöhte Geschwindigkeit und mangelnde Fahrtüchtigkeit an sowie besonderen Schutz für Radfahrer. Neben Verkehrsüberwachung setzt die Polizei weiterhin auf Prävention und die Zusammenarbeit mit Verkehrswachten, Kommunen und der Stadt Oldenburg.

„Nachhaltige Erfolge in der Verkehrssicherheitsarbeit lassen sich nur gemeinsam erzielen“, betont Weber. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass weniger Menschen auf unseren Straßen verletzt oder gar tödlich verletzt werden.“

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