Die Polizeidirektion Lüneburg hat bei ihrem 229. Fernfahrerstammtisch über die Gefahren der Schlafapnoe informiert. Am vergangenen Mittwochabend kamen 25 Teilnehmer an der Rastanlage Ostetal (Süd) an der Autobahn A1 zusammen, um sich über die weitverbreitete, aber oft verkannte Volkskrankheit zu informieren.
Als Referent konnte Bernd Schlichte gewonnen werden, der Vorsitzender der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Buchholz i.d.N. e.V. ist. Schlichte verdeutlichte das Ausmaß des Problems: 24 Prozent der Männer und 9 Prozent der Frauen nach der Menopause leiden unter Schlafapnoe. Zahlreiche Videos zeigten den Fernfahrern eindrucksvoll, wie unterschätzt und gefährlich diese Erkrankung sein kann.
Bei der obstruktiven Schlafapnoe verschließen sich die oberen Atemwege, während die Atemmuskulatur weiterarbeitet. Dies führt zu einem Unterdruck in den Atemwegen und resultiert in der obstruktiven Apnoe. In der Phase der Schlafvertiefung entspannt sich die Rachenmuskulatur, wodurch die Atemwege kollabieren und Atempausen entstehen. Der darauffolgende Sauerstoffabfall löst eine Stressreaktion aus, die zu einem Mikro-Erwachen führt – verbunden mit explosionsartigem Luftschnappen und lautem Schnarchgeräusch.
Bis zu 600 solcher Weckreaktionen pro Nacht sind keine Seltenheit. Die Atempausen können bis zu zwei Minuten dauern. Zu den Leitsymptomen gehören lautes unregelmäßiges Schnarchen, nächtliche Atempausen, unerklärbare Tagesschläfrigkeit und Schlafstörungen.
Besonders relevant für Berufskraftfahrer: Eine unbehandelte Schlafapnoe führt in etwa sieben bis neun Jahren häufig zu schweren Folgeerkrankungen und senkt die Lebenserwartung erheblich. Nächtliche Todesfälle oder plötzlicher Herztod können eintreten. Schlichte betonte, dass Betroffene nur unter geeigneter Therapie und ohne messbare auffällige Tagesschläfrigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet sind.
Behandelt werden kann die Schlafapnoe mit einem Zungenschrittmacher, einer Zahnschiene oder einem Atemtherapiegerät. Die zahlreichen Nachfragen und Diskussionen zeigten dem Organisationsteam, dass die Teilnehmer das Thema sehr ernst nahmen.
Der nächste Fernfahrerstammtisch findet am 6. Mai 2026 unter dem Motto „Ihr fragt – Wir antworten“ wieder an der Rastanlage Ostetal in Fahrtrichtung Hamburg statt.