20.000 Menschen in NRW erhalten Polizei-Post für bundesweite Kriminalitätsstudie

SKiD steht für "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland". Es handelt sich um eine bundesweite und repräsentative Bevölkerungsbefragung.

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen verschickt derzeit Briefe an 20.000 zufällig ausgewählte Menschen aus 94 Kommunen in NRW. Die Empfänger werden zur Teilnahme an der dritten Erhebungswelle der bundesweiten Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD) eingeladen.

„Wir raten Ihnen stets dazu, immer genau zu prüfen, ob Schreiben echt sind, um Betrugsversuche auszuschließen“, erklärt Ingo Wünsch, Direktor des Landeskriminalamtes NRW. Mit dem ersten Anschreiben erhalten die Empfänger ein Informationsblatt zur Überprüfung der Echtheit. Die Befragung richtet sich an Menschen ab 16 Jahren und dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

„Die Informationen, um die wir Sie bitten, beziehen sich auf persönliche Erfahrungen mit Kriminalität, das Anzeigeverhalten und das Sicherheitsgefühl“, informiert Dr. Maike Meyer, Leiterin des Dezernats zur Kriminalprävention beim LKA NRW. In der aktuellen dritten Erhebungswelle steht die Wahrnehmung von Bedrohungsszenarien und polarisierenden Einstellungen im Fokus.

SKiD ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung, die über den europäischen Sicherheitsfond kofinanziert und federführend durch das Bundeskriminalamt durchgeführt wird. Das BKA entwickelte den Fragebogen in Zusammenarbeit mit den Ländern. Das Umfrageinstitut „Verian“ führt die Befragung praktisch durch, während in NRW die Kriminalistisch-kriminologische Forschungsstelle des LKA die Datenauswertung übernimmt.

Die Studie wurde 2017 durch die Innenministerkonferenz beauftragt. Bundesweit werden rund 200.000 Anschreiben verschickt. „Wir möchten das Dunkelfeld aufhellen und noch besser verstehen, wo Menschen Unsicherheiten verspüren – nicht nur zu Forschungszwecken, sondern auch, um nachhaltige Präventionsstrategien zu entwickeln und das Vertrauen in die Polizei zu stärken“, so Dr. Maike Meyer.

In NRW werden in jeder Erhebungswelle wechselnde Schwerpunkte gesetzt: Der erste Durchlauf befasste sich mit dem Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum, die zweite Welle untersuchte Zivilcourage und Notrufe. Die ausgewählten Personen erhalten zunächst ein Ankündigungsschreiben, Ende des Monats folgt der Fragebogen, der sowohl schriftlich als auch online per QR-Code beantwortet werden kann.

Die Befragten wurden per Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern gezogen. Ein Anonymisierungsverfahren schützt personenbezogene Daten – das Institut Verian erfragt die Daten und das LKA erhält anonymisierte Ergebnisse ohne Namen oder Adressen. Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite der KKF unter https://lka.polizei.nrw/artikel/sicherheit-und-kriminalitaet-in-deutschland sowie auf der Homepage des Bundeskriminalamtes.