Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim hat eine rückläufige Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2025 verzeichnet. Insgesamt wurden 24.864 Straftaten registriert – ein Minus von 3,31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote blieb mit 66,46 Prozent auf einem konstant hohen Niveau.
„Die insgesamt rückläufigen Fallzahlen sind ein positives Signal. Es ergeben sich aber auch Handlungsfelder. Prävention bleibt deshalb ein entscheidender Baustein unserer Arbeit“, betont Martin Lammers, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern weiterhin ausgewählte Deliktsbereiche. Bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen zeigen sich zunehmend professionelle Vorgehensweisen der Täter. Auch die Entwicklung bei Messerangriffen macht deutlich, dass Konflikte häufig sehr dynamisch eskalieren und frühzeitige Präventionsarbeit unerlässlich ist.
Die Polizei setzt daher weiterhin gezielt auf Aufklärung und Prävention. Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote sowie die enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Institutionen und Netzwerkpartnern bilden einen wesentlichen Schwerpunkt. Gleichzeitig sind auch Bürger gefragt, durch Aufmerksamkeit und umsichtiges Verhalten zur eigenen Sicherheit beizutragen.
Bei der Verkehrssicherheit blieb die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit 8.942 Fällen nahezu unverändert. Besorgniserregend bleibt jedoch die Zahl schwerer Verkehrsunfälle. Insgesamt wurden 333 schwere Unfälle registriert, bei denen 23 Menschen ihr Leben verloren und 354 schwer verletzt wurden.
„Jeder schwere Verkehrsunfall ist einer zu viel. Die Ursachen zeigen deutlich, dass insbesondere überhöhte Geschwindigkeit weiterhin eine zentrale Rolle spielt“, erklärt Robert Raaz, Leiter Einsatz.
Ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit ist das gemeinsam mit den Landkreisen umgesetzte Projekt der Geschwindigkeitsüberwachungsstrecken. Seit dem Start im Jahr 2022 werden gezielt unfallauffällige Strecken überwacht. Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine deutliche Reduzierung schwerer Verkehrsunfälle in diesen Bereichen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung bei E-Scooter-Unfällen. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und haben im Jahr 2025 erneut zugenommen. Besonders auffällig ist die hohe Quote verletzter Personen.
Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim zieht insgesamt ein differenziertes Fazit: Während die Kriminalitätsentwicklung insgesamt positiv ist, bestehen in einzelnen Bereichen weiterhin Herausforderungen, die konsequentes Handeln und gezielte Prävention erfordern.
Abschließend richtet sich die Polizei mit einem klaren Appell an die Bevölkerung und die Kommunen: Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe. Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und die aktive Unterstützung präventiver Maßnahmen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, das Emsland und die Grafschaft Bentheim auch künftig sicher zu gestalten.