Eine Frau aus Meinerzhagen ist vergangene Woche Opfer eines digitalen Betrugs geworden. Ihr E-Mail-Postfach wurde mit Hunderten gefälschter Nachrichten überflutet – insgesamt zählte sie 1300 E-Mails. Die meisten davon waren Registrierungsbestätigungen für verschiedene Dienste, Verifizierungsanfragen und Bestätigungen über die Eröffnung von Konten oder Online-Bestellungen.
Die Meinerzhagenerin wurde zu Recht misstrauisch angesichts der ungewöhnlichen E-Mail-Flut. Am Sonntag erstattete sie online Anzeige bei der Polizei wegen des Verdachts eines Betrugs.
Die Betroffene handelte nach Einschätzung der Polizei richtig: Sie änderte sofort das Passwort ihres Mail-Accounts und überprüfte alle relevanten Konten. Dennoch könnte auf sie noch einiger Ärger und Arbeit zukommen, falls nicht veranlasste Bestellungen eintreffen oder sogar Gebührenforderungen gestellt werden.
Die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis weist darauf hin, dass viele Menschen die Gefahren der digitalen Verkehrswege unterschätzen. Auch dort gelten Regeln, doch die sind Betrügern egal.
Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, empfiehlt die Polizei mehrere Präventionsmaßnahmen: Dem Kennwort des Mail-Postfachs kommt besondere Bedeutung zu, da wer Zugriff auf die Mails hat, fröhlich Passwörter ändern oder Bestellungen ordern kann. Deshalb sollten lange und komplexe Passwörter verwendet werden. Eine Möglichkeit ist, sich Merksätze einzuprägen, die Zahlen und Sonderzeichen enthalten – es genügt, jeweils das erste Zeichen eines Wortes oder der Zahl sowie die Zeichen zu verwenden.
Weitere wichtige Sicherheitstipps: Keine unbekannten Anhänge öffnen, die ungefragt übersendet wurden. Betriebssystem, Software und Anti-Viren-Programme sollten aktuell gehalten werden. Vorsicht ist beim Veröffentlichen persönlicher Daten wie Geburtsdatum oder Adresse geboten. Bei Bewerbungen bei unbekannten Arbeitgebern sollten keine Ausweis-Kopien versendet werden.