Polizei Karlsruhe startet vierte Seniorenaktionswoche gegen Telefonbetrug

(Symbolbild)

Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat seine vierte Seniorenaktionswoche zur „Bekämpfung der Kriminalität zum Nachteil älterer Menschen“ gestartet und klärt dabei schwerpunktmäßig über Betrug am Telefon auf. Die Beamten warnen vor verschiedenen Betrugsmaschen, die sich gezielt gegen ältere Menschen richten.

Telefonbetrug ist laut Polizei ein seit vielen Jahren weit verbreitetes Kriminalitätsphänomen mit großer Bandbreite. Die Delikte reichen von falschen Gewinnversprechen und angeblichen Support- oder Bankmitarbeitern über den Enkeltrick bis hin zu falschen Polizeibeamten oder Schockanrufen. Hinzu kommt der Messengerbetrug über SMS oder Nachrichtendienste, bei denen sich Täter als Angehörige oder Paketdienstleister ausgeben.

Die Kriminellen richten sich häufig gegen ältere Menschen und nutzen mit psychologisch geschickter Gesprächsführung deren Sorge, Hilfsbereitschaft oder Unsicherheit aus. Den professionell agierenden Tätern gelingt es immer wieder, Betroffene um hohe Geldbeträge zu bringen. Häufig werden die Opfer zur Verschwiegenheit gegenüber Angehörigen oder Bankmitarbeitern gedrängt.

Die Polizei beschreibt verschiedene wiederkehrende Betrugsmaschen im Detail: Beim Schockanruf täuschen die Täter vor, dass ein nahestehender Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall mit Todesfolge verursacht habe und zur Abwendung einer Haftstrafe eine hohe Kaution gezahlt werden müsse. Eine andere Variante behauptet, der Angehörige sei lebensgefährlich verletzt und benötige dringend teure Medikamente.

Falsche Polizeibeamte warnen beispielsweise vor einem geplanten Einbruch und bieten an, Bargeld und Wertsachen an einen sicheren Ort zu bringen. Manchmal warnen die Anrufer auch vor Falschgeld im Umlauf oder vor Kriminellen, die das Konto plündern wollen. Auch Bankangestellte seien angeblich an den kriminellen Vorgängen beteiligt. Die Täter fordern ihre Opfer auf, Geld vom Konto abzuheben und in ein Bankschließfach zu bringen.

Der klassische Enkeltrick beginnt meist mit der Frage „Rate mal, wer dran ist?“. Sobald das Opfer einen Namen nennt, nehmen die Betrüger diese Identität an und täuschen eine finanzielle Notlage vor, für die sofort Bargeld benötigt wird. Zur Abholung wird meist ein angeblicher Freund geschickt, da der „Angehörige“ vorgibt, selbst verhindert zu sein.

Beim Messengerbetrug leiten Nachrichten wie „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“ mittels Messenger oder SMS den Betrug ein. Kurz darauf folgt die Bitte um eine dringende Überweisung, da man wegen des neuen Mobiltelefons noch keinen Zugriff auf das Online-Banking habe. Die Täter spielen mit der Hilfsbereitschaft innerhalb der Familie und erzeugen künstliche Dringlichkeit.

Zum Schutz vor Telefonbetrug gibt die Polizei konkrete Verhaltenstipps: Niemals dem Telefon-Display vertrauen, da die angezeigte Nummer manipuliert sein kann. Bei verdächtigen Anrufen auflegen, um in Ruhe nachzudenken. Unterstützung von Vertrauenspersonen holen und die Rufnummer der angeblich anrufenden Institution selbst heraussuchen. Verwandte Personen unter bekannten Nummern persönlich erreichen. Am Telefon nicht über persönliche und finanzielle Verhältnisse sprechen und keine Zugangsdaten preisgeben. Adresse und Vornamen aus dem Telefonbuch löschen lassen. Niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte übergeben. Bei verdächtigen Anrufen die echte Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen.

Auch Angehörige und das soziale Umfeld können laut Polizei dazu beitragen, ältere Menschen vor Betrug zu schützen. Werden die verschiedenen Maschen regelmäßig thematisiert, schafft dies Sicherheit im Ernstfall. Ein offenes Gespräch in der Familie oder im Freundeskreis ist oft die beste Vorsorge, damit Betroffene nicht allein entscheiden müssen, sondern besonnen reagieren können. Hierfür sollten gemeinsam klare Verhaltensregeln festgelegt werden.

Umfangreiche Präventionstipps zu Betrugsstraftaten am Telefon finden sich auf dem Internetauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/.