Vom 13. bis 19. April 2026 führten die Wasserschutzpolizeien der Länder unter Leitung der Polizei Duisburg bereits zum fünften Mal eine bundesweite Aktionswoche durch. Schwerpunkt war die Einhaltung von Umwelt- und Abfallvorschriften in der See- und Binnenschifffahrt.
Insgesamt führten die Wasserschützer rund 1000 Kontrollen zum Umwelt- und Gewässerschutz durch. Dabei überprüften sie die gewerbliche See- und Binnenschifffahrt, die Sportschifffahrt sowie umwelt- und abfallrechtliche Bestimmungen in den Häfen und Naturschutzgebieten. Der Betrieb von Schiffen erzeugt verschiedene Abfallarten wie Ölschlämme, Rückstände aus der Abgasreinigung, Abfälle aus dem Maschinenraum sowie Abwässer aus Bordtoiletten, die fachgerecht entsorgt werden müssen.
Die Bilanz der Aktionswoche: In einigen Fällen wurden die Schiffe beanstandet. Die Einsatzkräfte stellten 13 Strafanzeigen aus, schrieben 236 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und erhoben zahlreiche Verwarngelder. In sechs Fällen mussten die Beamten Weiterfahrverbote aussprechen und 57 Mängelberichte fertigen.
Drei besonders schwerwiegende Fälle ereigneten sich in verschiedenen Bundesländern: Im Bereich Passau hatte ein Flusskreuzfahrtschiff einen technischen Defekt der bordeigenen Kläranlage. Dadurch floss ungeklärtes Abwasser in die Donau. Nach der Kontrolle verplombte die Wasserschutzpolizei die Anlage und das Schiff konnte seine Reise mit rund 130 Fahrgästen unter entsprechenden Auflagen fortsetzen.
Bei einer Schiffskontrolle in Brunsbüttel stellten Polizisten am 17. April ein Schiff fest, das in einem Emissionsüberwachungsgebiet Kraftstoff mit einem zu hohen Schwefelgehalt verbrannte. Die Beamten erhoben gegen den Kapitän eine Sicherheitsleistung.
Die Dienstgruppe Maritimer Umweltschutz der Wasserschutzpolizei Hamburg kontrollierte auf der Außenelbe-Reede ein Schiff, das die international verbindlichen Standards beim Einleiten von Ballastwasser in das Gewässer missachtete. Der Kapitän und der erste Offizier müssen jeweils mit einem Bußgeld in Höhe einer niedrigen fünfstelligen Summe rechnen.
Neben den Kontrollen setzten die Behörden auch auf Aufklärung: In Gesprächen mit den Schiffsverantwortlichen vermittelten sie Informationen und schärften das Bewusstsein, um Umweltverschmutzung schon im Vorfeld zu verhindern. Die bundesweite Aktionswoche unterstreicht die Verantwortung aller Akteure in der Schifffahrt für den Erhalt eines sauberen und gesunden Ökosystems.