Die Polizei Bielefeld führt am 28. April 2026 verstärkte Verkehrskontrollen durch, um die Sicherheit von Zweiradfahrern im Straßenverkehr zu erhöhen. Von 7:00 bis 20:00 Uhr beteiligen sich die Beamten an der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben – Zweiräder im Blick“.
Die Kontrollen finden gezielt an Schulen, Kindergärten und Unfallhäufungsstellen im gesamten Stadtgebiet statt. Dabei stehen Abstandskontrollen, das Abbiegeverhalten, die technische Ausstattung von Zweirädern sowie das verkehrskonforme Verhalten von Zweirad- und E-Scooter-Fahrenden im Fokus. Zusätzlich führen die Beamten verkehrsdidaktische Gespräche mit den Verkehrsteilnehmern.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Problematik des „toten Winkels“, die laut Polizei durch intensive Aufklärungsarbeit zwar bekannt ist, deren Umsetzung in der Praxis aber weiterhin schwierig bleibt. Kraftfahrer übersehen regelmäßig schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer, was meist schwere Unfallfolgen zur Folge hat.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Ablenkung durch Smartphones oder das Tragen von Kopfhörern mit Noise-Cancelling-Funktion während der Fahrt. Diese Faktoren sorgen für verminderte Aufmerksamkeit und erhöhen das Unfallrisiko für ungeschützte Verkehrsteilnehmer erheblich.
Auch regelwidriges Verhalten von Zweirad- und E-Scooter-Fahrenden steht im Fokus: Das Nutzen nicht zugelassener Straßenteile, Fahren entgegen der Fahrtrichtung oder die Missachtung von Ampeln sind häufige Unfallursachen, für die ein Bewusstsein geschaffen werden soll.
Die Statistik unterstreicht die Dringlichkeit der Aktion: Im Jahr 2025 stellten ungeschützte Verkehrsteilnehmer (Radfahrer, Pedelec-Fahrer, E-Scooter-Fahrer und Fußgänger) 51,3 Prozent aller Verletzten bei Verkehrsunfällen – eine Steigerung um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dramatisch entwickelte sich die Zahl der verunglückten E-Scooter-Fahrer mit einem Anstieg um 82,35 Prozent. Stark betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren.
Ziel der Verkehrssicherheitsaktion ist es, im Sinne der Vision Zero die Zahl der getöteten und verletzten Verkehrsteilnehmer deutlich zu senken und die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer zu fördern.