Drogenlieferung per Dachfenster: Polizei schnappt Dealer-Trio in Dortmunder Nordstadt

(Symbolbild)

Ein ungewöhnlicher Drogenhandel hat am Montagnachmittag (27. April) in der Dortmunder Nordstadt für Aufsehen gesorgt: Aus einem Dachfenster eines Mehrfamilienhauses an der Missundestraße in der Nähe der Brunnenstraße schmuggelten Dealer ihre Päckchen per Wurf auf die Straße – direkt zu wartenden Käufern. Zivile Polizeibeamte beobachteten das Treiben und nahmen zwei Männer vorläufig fest.

Gegen 16:30 Uhr sahen die Beamten, wie ein 16-Jähriger einen 18-Jährigen vor dem Mehrfamilienhaus ansprach. Der 18-Jährige telefonierte daraufhin kurz, woraufhin aus einem Dachfenster ein kleines Päckchen auf die Straße flog. Anschließend übergab der 16-Jährige dem 18-Jährigen offensichtlich Geld und erhielt im Gegenzug das Päckchen. Bei der Kontrolle des 16-Jährigen stellten die Polizisten fest, dass er eine Verkaufseinheit Cannabis bei sich trug.

Den Beobachtungen der Beamten zufolge war es zuvor bereits zu mehreren weiteren Telefonaten und Würfen aus dem Dachfenster gekommen. Dabei konnten die Ermittler auch die Person im Dachgeschoss identifizieren, die die Päckchen nach unten warf. Über die Staatsanwaltschaft Dortmund erwirkten die Beamten einen Durchsuchungsbeschluss für die betreffende Dachgeschosswohnung.

Gegen 17:30 Uhr verließ die Person aus dem Dachgeschoss das Haus und entfernte sich vom Ort des Geschehens – die Beamten griffen sofort zu und nahmen den 17-jährigen Dortmunder vorläufig fest. Gleichzeitig wurde auch der 18-Jährige festgenommen, der zuvor die Drogen vor dem Haus verteilt hatte.

Bei der anschließenden Durchsuchung der Dachgeschosswohnung machten die Polizisten reiche Beute: Sie stellten Verkaufseinheiten mit Cannabis und Haschisch sowie weitere Einheiten mit vermutlich Kokain und Amphetaminen sicher.

Da die besonderen Haftvoraussetzungen für eine Untersuchungshaft gegen die beiden Festgenommenen nicht erfüllt waren, wurden sie nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen von der Polizeiwache entlassen. Auf beide wartet nun ein Strafverfahren, unter anderem wegen des illegalen Handels mit Kokain.

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