Bundesweite Verkehrskontrollaktion „sicher.mobil.leben“: 75.500 Fahrzeuge überprüft, fast 1.500 Straftaten registriert

sicher.mobil.leben

Hamburg/Bundesgebiet – Bei der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben – Zweiräder im Blick“ haben Polizistinnen und Polizisten aller 16 Bundesländer am Dienstag, 28. April 2026, ab 7:00 Uhr über 75.500 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei leiteten die Beamten 1.461 Strafverfahren und 25.454 Verwarn- und Bußgeldverfahren ein. Knapp 7.800 Polizistinnen und Polizisten sowie über 350 Mitarbeitende von Kooperationspartnern waren im Einsatz.

Die Polizei Hamburg hatte die Planungen für den Aktionstag stellvertretend für die Stadt Hamburg als Vorsitzland der Innenministerkonferenz (IMK) 2026 zentral koordiniert. Nachdem in den vergangenen Jahren zunächst der Güterverkehr (2024) und anschließend Kinder (2025) im Fokus gestanden hatten, richtete sich der Schwerpunkt in diesem Jahr auf Zweiräder – also Fahrräder, Pedelecs, Motorräder und Elektrokleinstfahrzeuge (eKF).

Den Hintergrund liefern alarmierende Zahlen: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 bei gut 2,5 Millionen bundesweit polizeilich registrierten Verkehrsunfällen rund 366.000 Personen verletzt – darunter über 150.000 Zweiradfahrende. Die Straftaten, die bei der Kontrollaktion festgestellt wurden, betrafen unter anderem Trunkenheit im Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Bei den Ordnungswidrigkeiten standen Geschwindigkeitsverstöße, Missachtung roter Ampeln, Fehler beim Abbiegen von Lkw sowie technische Mängel im Vordergrund. Ergänzend dazu führten die Einsatzkräfte gemeinsam mit Kooperationspartnern wie der BG Verkehr, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat, der Deutschen Verkehrswacht, dem ADAC und dem AEC über 500 Präventionsmaßnahmen durch – darunter Perspektivwechsel, Schulbesuche und Informationsstände.

In Hamburg kontrollierten über 500 Einsatzkräfte im Rahmen von 29 stationären sowie mehreren mobilen Kontrollpunkten insgesamt 1.557 Fahrzeuge. Dabei leiteten die Beamten 33 Strafverfahren ein, unter anderem wegen Fahrens unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln sowie Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Hinzu kamen 1.127 Ordnungswidrigkeitenverfahren: 120 Mal wurde das Rotlicht missachtet, 305 Mal fuhren Verkehrsteilnehmende den Gehweg, die Fußgängerzone oder die falsche Seite entlang, und 33 Mal wurde ein elektronisches Gerät unerlaubt am Steuer benutzt.

An der zentralen Präventionsveranstaltung auf dem St. Annen-Platz in der HafenCity informierten sich etwa 250 Besucherinnen und Besucher zu Themen der Verkehrssicherheit. IMK-Vorsitzender und Hamburgs Innensenator Andy Grote sowie der Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg, Thomas Model, besuchten zunächst eine Kontrollstelle an der Osakaallee, wo die Abbiegegeschwindigkeit von Lkw überwacht wurde, bevor sie bei der Präventionsveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern des „Forums Verkehrssicherheit Hamburg“ ins Gespräch kamen. Präventionsexpertinnen und -experten der Verkehrsdirektion suchten zudem 32 Schulen im Stadtgebiet auf und informierten dort rund 1.500 Schülerinnen und Schüler über sicheres Verhalten im Straßenverkehr. An sieben dieser Schulen bestand die Möglichkeit zu einem sogenannten Perspektivwechsel.

Innensenator Grote betonte: „Wir können gar nicht genug Aufmerksamkeit auf das Thema Verkehrssicherheit lenken – gerade für Radfahrende. Insbesondere beim Abbiegen sehen wir immer wieder, wie schnell es gefährlich wird. Deshalb gilt seit 2020: Lkw müssen innerorts beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit fahren.“ Thomas Model ergänzte: „Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle betrifft. Gerade im Hinblick auf die steigende Zahl von Zweiradfahrenden ist es wichtiger denn je, dass gegenseitige Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr gelebt wird.“

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