Heute, am 3. Mai, begehen Journalisten, Medienschaffende und Demokratieverteidiger weltweit den UNESCO-Welttag der Pressefreiheit. Dieser internationale Gedenktag wurde 1993 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen und erinnert an die Bedeutung freier, unabhängiger und pluralistischer Medien für demokratische Gesellschaften.
Der Tag geht auf die Erklärung von Windhoek zurück, die am 3. Mai 1991 von afrikanischen Journalisten verabschiedet wurde. Diese Erklärung forderte die Entwicklung einer freien, unabhängigen und pluralistischen Presse als Grundstein der Demokratie. Die UNESCO nutzt diesen Tag, um das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Pressefreiheit zu schärfen und an die Regierungen zu appellieren, ihre Verpflichtung zur Meinungsfreiheit zu respektieren.
Die aktuelle Lage der Pressefreiheit weltweit ist alarmierend. Laut Reporter ohne Grenzen waren 2025 weltweit 533 Journalisten inhaftiert – ein trauriger Rekord. Besonders dramatisch ist die Situation in Ländern wie China, Iran, Myanmar und Russland, wo Medienschaffende systematisch verfolgt werden. Auch in Europa gerät die Pressefreiheit unter Druck, etwa durch zunehmende verbale und körperliche Angriffe auf Journalisten oder restriktive Mediengesetze in Ungarn und Polen.
Deutschland rangiert im aktuellen Ranking der Pressefreiheit auf Platz 10 von 180 Ländern – ein solider, aber nicht unproblematischer Wert. Auch hierzulande nehmen Bedrohungen gegen Journalisten zu, insbesondere bei der Berichterstattung über Demonstrationen oder in sozialen Medien. Die Debatte um Staatstrojaner und Quellenschutz zeigt zudem, dass auch in etablierten Demokratien die Pressefreiheit kontinuierlich verteidigt werden muss.
Rund um den Welttag der Pressefreiheit organisieren Medienorganisationen, NGOs und die UNESCO zahlreiche Veranstaltungen. Dazu gehören Konferenzen über Mediensicherheit, Ausstellungen über bedrohte Journalisten und die Verleihung des UNESCO-Preises für Pressefreiheit. In Deutschland machen Organisationen wie Reporter ohne Grenzen und der Deutsche Journalisten-Verband mit Aktionen auf die Bedeutung freier Medien aufmerksam.
Weitere Gedenktage am 3. Mai sind der Internationale Tag der Hebammen, der die wichtige Rolle dieser Berufsgruppe für die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen würdigt. In Japan wird zudem der Tag der Verfassung begangen, an dem die demokratische Nachkriegsverfassung von 1947 gefeiert wird.