Ein 43-jähriger Marokkaner sitzt wegen des Verdachts des erpresserischen Menschenraubes in drei Fällen in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Mannheim erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim einen Haftbefehl gegen den Mann, der zwischen März und November 2022 sowie 2025 Bankfilialen in Oftersheim, Otterbach und Böhl-Iggelheim überfallen haben soll.
Nach Erkenntnissen der Ermittler schloss sich der Tatverdächtige vor dem 3. März 2022 mit einer weiteren Person zusammen, um arbeitsteilig Banküberfälle zu begehen. Während ein Komplize vor den Filialen Wache hielt, betrat der 43-Jährige maskiert und mit einer Pistole bewaffnet die Banken, nahm Angestellte als Geiseln und erpresste unter Androhung von Schusswaffengewalt Bargeld aus den Tresorräumen.
Den Ermittlungen zugrunde lag ein Überfall am 6. November 2025 in einer Bankfiliale in Oftersheim. Der Tatverdächtige soll dort am Morgen mehrere Bankangestellte beim Betreten der Bank abgepasst, gefesselt und unter Androhung von Schusswaffengewalt zum Öffnen der Tresore und Geldausgabeautomaten erpresst haben. Knapp eine Stunde hielt er sich mit fünf Geiseln in den Bankräumen auf, um Sicherungsvorkehrungen zu überwinden. Eine Bankangestellte wurde durch einen Schlag mit dem Pistolengriff gegen den Kopf leicht verletzt. Nach der Erlangung von Bargeld in sechsstelliger Höhe flüchtete er mit seinem Komplizen in einem Auto mit falschen Kennzeichen.
Umfassende Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg führten zur Identifizierung des Marokkaners. In länderübergreifender Zusammenarbeit mit den Landespolizeien Hessen und Rheinland-Pfalz gewannen die Ermittler Erkenntnisse über zwei weitere ähnliche Fälle.
Am 3. März 2022 soll der 43-Jährige eine Bankangestellte in Otterbach (Rheinland-Pfalz) gegen 7:30 Uhr durch einen Schlag gegen den Kopf überwältigt haben, als sie die Tür hinter der Selbstbedienungszone öffnete. Er erpresste das Öffnen der Tresortür und fesselte die Frau im Tresorraum. Durch eine List gelang es der Bankmitarbeiterin, sich alleine im Tresor einzuschließen, so dass der Täter nicht mehr eindringen konnte. Gegen 7:45 Uhr flüchtete er ohne Beute mit seinem Komplizen.
Am 17. März 2022 gegen 7:45 Uhr folgte der Tatverdächtige einer Bankangestellten in eine Filiale in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) und bewegte sie durch Schläge ins Gesicht und Vorhalt einer Pistole zum Tresorraum. Als eine weitere Bankangestellte erschien, passte er auch sie ab und zwang beide unter Vorhalt der Pistole zum Öffnen des Tresors. Dort packte er Bargeld in sechsstelliger Höhe in Taschen ein, fesselte die Geiseln und flüchtete anschließend mit einem von seinem Komplizen bereitgestellten Fahrzeug.
Die Polizei konnte den 43-Jährigen in Hessen lokalisieren und nahm ihn am 30. April 2026 fest. Bei anschließenden Durchsuchungen mehrerer Objekte und Fahrzeuge fanden die Ermittler umfangreiche Beweismittel. Noch am selben Tag wurde der Tatverdächtige dem Haft- und Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Mannheim vorgeführt, der den Haftbefehl eröffnete und in Vollzug setzte. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg und der Staatsanwaltschaft Mannheim dauern an.