Die Deutsche Bahn will mit einer neuen Kampagne mehr Respekt von Fahrgästen einfordern und künftig neben Bodycams auch Tonaufnahmen in ihren Zügen einsetzen. Der Staatskonzern reagiert damit auf die steigenden Übergriffe gegen Bahnmitarbeiter.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar – Auch für alle in Uniform“ steht ab sofort auf Plakaten in Bahnhöfen und Zügen. Das Motiv soll Fahrgäste aufrütteln und die steigenden Übergriffe gegen Bahnmitarbeiter eindämmen, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit.
Bei der Vorstellung der Kampagne wurde an den tödlichen Angriff auf Zugbegleiter Serkan Calar erinnert, der mittlerweile drei Monate zurückliegt. „Ich bin immer noch traurig und schockiert über den Tod von Serkan Calar“, sagte Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Der immer weiter zunehmenden Zahl von Beleidigungen und Angriffen setze man nun „ein klares Signal entgegen“. Die Würde des Menschen sei auch bei der Ticketkontrolle und bei Zugverspätungen unantastbar. „Wer eine Uniform trägt, verdient Respekt und Anerkennung.“
Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte: „Respekt ist die Grundlage für Sicherheit. Mit unserer Kampagne setzen wir ein klares Zeichen: Gewalt und Übergriffe haben bei der Bahn keinen Platz.“
Die Kampagne ist Teil des vor einigen Wochen auf dem Sicherheitsgipfel beschlossenen „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“. Die erste Bilanz fällt nach zwei Monaten positiv aus: Insgesamt sind bereits rund 2.000 Bodycams konzernweit im Einsatz. Noch 2026 sollen alle Bahn-Mitarbeiter mit Kundenkontakt, die das wollen, eine Bodycam erhalten.
Da Tonaufnahmen die deeskalierende Schutzwirkung der Bodycams angeblich erweitern, plant die Bahn außerdem Audioaufzeichnungen im dritten Quartal dieses Jahres zu testen. DB Regio hat zusätzlich ein Pilotprojekt zur Doppelbesetzung im Nahverkehr gestartet und in den letzten 12 Monaten die Anzahl ihrer Sicherheitskräfte von 4.500 auf 5.000 Personen erhöht.