Schwere Verkehrsunfälle und spektakuläre Motorradjagd erschüttern München

(Symbolbild)

Mehrere schwere Verkehrsunfälle und eine spektakuläre Motorradjagd durch die Münchner Innenstadt haben am Montag, 4. Mai 2026, die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Bei den Unfällen wurden zwei Personen schwer verletzt, während ein 59-jähriger Motorradfahrer eine halsbrecherische Flucht vor der Polizei hinlegte.

In Unterschleißheim kam es gegen 12:00 Uhr zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einem Fahrrad und einem Auto. Eine 48-jährige Kosovin fuhr mit ihrem Fahrrad entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf dem Radweg der Landsberger Straße in Richtung Carl-von-Linde-Straße. Gleichzeitig wollte ein 18-jähriger Münchner mit seinem VW aus einer Grundstücksausfahrt auf die Landshuter Straße einfahren. Dabei kollidierte sein Pkw mit dem von rechts kommenden Fahrrad. Die Radfahrerin stürzte zu Boden und erlitt eine schwere Kopfverletzung. Da sie keinen Helm trug, musste sie stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Autofahrer blieb unverletzt.

Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich am selben Tag gegen 15:30 Uhr in Straßlach-Dingharting. Ein 68-jähriger Deutscher wollte mit seinem Jeep über eine Anliegerstraße nach rechts in die Frankenstraße einbiegen. Zur gleichen Zeit führte ein 29-jähriger Mann aus dem Landkreis Freising handwerkliche Tätigkeiten im Bereich einer Grundstückseinfahrt durch und lag dabei auf dem Boden. Der Pkw fuhr gegen den Rücken des Handwerkers, überrollte ihn jedoch nicht. Der 29-Jährige wurde schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Für Aufregung sorgte auch eine waghalsige Motorradjagd durch die Ludwigsvorstadt. Gegen 17:20 Uhr fiel einer Streife der Verkehrspolizei in der Corneliusstraße eine Harley Davidson auf, die bei Rot über eine Kreuzung am Gärtnerplatz gefahren war. Als die Beamten den Fahrer stoppen wollten, flüchtete dieser in nördliche Richtung. Ein Polizist auf dem Motorrad nahm die Verfolgung auf. Der 59-jährige Münchner raste mit geschätzt 100 km/h durch das belebte Viertel, fuhr entgegen der Einbahnregelung durch die Klenzestraße und überfuhr erneut eine rote Ampel an der Kreuzung zur Buttermelcherstraße. Eine Mutter mit Kind, die die Klenzestraße überqueren wollte, konnte nur knapp einen Zusammenstoß vermeiden. Schließlich wurde der Flüchtende in einer Parklücke in der Klenzestraße gestoppt. Nach Rücksprache mit Staatsanwaltschaft und Ermittlungsrichter wurden sowohl sein Führerschein als auch die Harley Davidson beschlagnahmt.

In der Nacht auf Freitag, 1. Mai 2026, zwischen 01:30 und 02:05 Uhr, wurde ein 41-jähriger Brite am Karolinenplatz in der Maxvorstadt Opfer eines schweren Raubes. Der Mann gab an, von unbekannten Tätern körperlich angegriffen und leicht verletzt worden zu sein. Unter Vorhalt eines Messers raubten sie ihm sein Mobiltelefon. Er wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Erfolg vermelden können die Ermittler bei einem anderen Raubfall: Bei zwei Überfällen im Bereich Trudering-Riem Ende Februar waren ein 41-jähriger Vietnamese und eine 34-jährige Nepalesin von einem Mann und einer Frau mit einem Schlagstock bedroht und beraubt worden. Dem Mann wurden 50 Euro gestohlen, der Frau eine Tasche im Wert von mehreren hundert Euro. Nun konnten die Täter ermittelt werden: eine 19-jährige Polin und ein 22-jähriger Deutscher. Bei Wohnungsdurchsuchungen am 27. April wurden Mobiltelefone und ein Schlagstock sichergestellt.

Einen Großeinsatz löste ein Vorfall in Sendling-Westpark aus. Am Montag gegen 23:45 Uhr wurde ein 20-jähriger Münchner in der Siegenburger Straße von mehreren Personen bedroht und mit Schlägen und Tritten angegriffen. Über 15 Polizeistreifen, darunter Einsatzhundertschaften, fahndeten nach den Tätern. In der Chiemgaustraße stoppten zivile Beamte einen BMW mit drei Verdächtigen: einem 21-jährigen Münchner, einer 18-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Rosenheim und einer 19-jährigen Deutschen aus Rosenheim. Alle drei wurden festgenommen, nach Vernehmungen aber wieder entlassen. Das Fahrzeug wurde für Spurensicherungsmaßnahmen abgeschleppt.

Weitere Straftaten beschäftigen die Münchner Polizei: In Putzbrunn versuchten Unbekannte zwischen 20:30 und 22:35 Uhr über das Dach in ein Lebensmittelgeschäft einzubrechen. Sie lösten den Alarm aus und flüchteten ohne Beute. Der Sachschaden liegt im vierstelligen Bereich.

Zwei Wohnungseinbrüche ereigneten sich ebenfalls am Montag: In Neuhausen-Nymphenburg drangen Täter zwischen 11:40 und 13:30 Uhr gewaltsam in eine Wohnung ein und stahlen Bargeld und Schmuck im Wert eines mittleren dreistelligen Betrages. In Schwabing versuchten Unbekannte gegen 15:15 Uhr in eine Wohnung einzudringen, betraten diese aber aus unbekannten Gründen nicht. Ein Nachbar hatte die Polizei alarmiert.

Für Schlagzeilen sorgte auch der Überfall dreier Minderjähriger auf einen Kiosk in der Isarvorstadt. Am Montag gegen 17:25 Uhr betrat ein 13-Jähriger mit FFP-Maske den Laden und forderte unter Vorhalt eines Messers Geld von einer Angestellten. Als diese nicht reagierte, flüchtete er mit zwei Komplizen – einem weiteren 13-Jährigen und einem 14-jährigen Deutschen. Alle drei konnten kurz darauf in der Nähe festgenommen werden. Das Messer wurde trotz umfangreicher Suchmaßnahmen nicht gefunden. Die beiden schuldunfähigen 13-Jährigen wurden ihren Eltern übergeben, der 14-Jährige angezeigt.

Die Münchner Verkehrspolizei nutzte die Unfälle für einen Appell: Obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben, empfiehlt sie allen Radfahrern das Tragen von Helmen, da dadurch Kopfverletzungen oft vermieden oder zumindest verringert werden können.

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