Nach Nürnberg-Köln Schlägerei: Polizei durchsucht elf Wohnungen in Bayern und NRW

(Symbolbild)

Die Polizei hat am Dienstag (05.05.2026) elf Wohnungen in Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einer Schlägerei zwischen Fußballfans des 1. FC Nürnberg und des 1. FC Köln vom 9. Mai 2025. Insgesamt 68 Personen stehen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch unter Verdacht.

Die ursprüngliche Auseinandersetzung ereignete sich am 9. Mai 2025 gegen 20:00 Uhr im Stadtteil Rennweg. Nach Zeugenangaben lieferten sich dort zwei vermummte Personengruppen eine körperliche Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der Zweitligabegegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Köln. Streifenbesatzungen der Nürnberger Polizei und Einsatzkräfte des mittelfränkischen Unterstützungskommandos (USK) nahmen mehrere Dutzend Tatverdächtige fest. Die ersten Erkenntnisse bestätigten, dass es sich bei den beiden Gruppen um Personen mit Bezug zu den Ultraszenen beider Vereine handelte.

Aufgrund der Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und Kriminalpolizei Nürnberg gelang es, weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Das Amtsgericht Nürnberg erließ daraufhin elf Durchsuchungsbeschlüsse gegen nachträglich identifizierte Personen. Die Beschlüsse vollzogen Polizistinnen und Polizisten aus Bayern und Nordrhein-Westfalen in den Morgenstunden des Dienstags.

In Bayern fanden drei Durchsuchungen im Stadtgebiet Nürnberg statt, eine weitere im unterfränkischen Ebelsbach im Landkreis Haßberge. Eine Person trafen die Beamten an ihrem Arbeitsplatz in Windsbach im Landkreis Ansbach an. In Nordrhein-Westfalen waren sechs Wohnungen in Köln betroffen. In mehreren Fällen verschafften sich die Polizistinnen und Polizisten mit unmittelbarem Zwang Zugang zu den Wohnungen, wodurch entsprechender Sachschaden entstand. Während der Durchsuchungen wurde niemand verletzt.

Die Beamten stellten in mehreren Wohnungen mutmaßliche Tatkleidung der Verdächtigen sowie Mobiltelefone sicher. In einer Nürnberger Wohnung fanden sie zusätzlich Kokain. Der 23-jährige Bewohner steht im Verdacht, an weiteren fußballbezogenen Gewalttaten beteiligt gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen ihn – er wurde festgenommen und wird einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

In der Wohnung im unterfränkischen Ebelsbach stellten die Polizistinnen und Polizisten das Dopingmittel Testosteron sicher. Gegen den 25-jährigen Besitzer wird ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz eingeleitet. Die sichergestellten Beweismittel sollen zum Nachweis der Tatbeteiligung sowie zur Identifizierung weiterer unbekannter Tatverdächtiger herangezogen werden. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.

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