Baden-Württemberg startet neues EU-Projekt gegen Organisierte Kriminalität

Symbolbild

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW) hat am 18. und 19. Mai 2026 in Schwäbisch Gmünd das Folgeprojekt „ISF Lumen Expanded“ gestartet. Das internationale Projekt zur Bekämpfung Organisierter Kriminalität wird erneut vom LKA BW geleitet und mit EU-Fördermitteln aus dem International Security Fund (ISF) finanziert.

„Allen Beteiligten ist es wichtig, die internationale Vernetzung der Sicherheitsbehörden voranzutreiben und von den Erfahrungen der anderen zu lernen“, erklärte Projektleiter Arne Hermann. Der direkte Austausch mit Ansprechpartnern vor Ort verkürze formale Wege in der Strafverfolgung und führe zu konkreten Ermittlungserfolgen.

Das neue Projekt erweitert das Portfolio um ein zusätzliches Teilprojekt zur Bekämpfung der sogenannten Gruppenbezogenen Gewaltkriminalität – ein Phänomen, das europaweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Dieses Teilprojekt wird ebenfalls durch das LKA BW geleitet.

Darüber hinaus konzentrieren sich die Projektpartner weiterhin auf drei Schwerpunkte der bandenmäßigen und organisierten Eigentumskriminalität: Die Polizeidirektion Osnabrück befasst sich federführend mit der Bekämpfung von Geldautomatensprengungen. „Wir wollen unseren Fokus auf das Tatmittel der Explosivstoffe richten“, so Präsident Friedo de Vries. Explosivmittel würden inzwischen nicht nur bei Geldautomatensprengungen eingesetzt, sondern auch im Kampf gegen rivalisierende Gruppen und zur Einschüchterung.

Das Landeskriminalamt Sachsen koordiniert den Themenbereich Kfz-Kriminalität. „In der Regel sind international agierende Kfz-Diebesbanden bereits über der Grenze, bevor die Geschädigten den Diebstahl bemerken“, erläuterte Teilprojektleiter Enrico Lange. Durch die Kooperation mit Partnerbehörden gelinge es zunehmend, die Täter zügig zu stellen.

Ein weiteres Teilprojekt unter Federführung des LKA BW widmet sich der Bekämpfung des Callcenterbetrugs. „Angesichts weiterhin hoher Fallzahlen, vor allem zum Nachteil älterer Menschen, möchten wir durch koordinierte Strafverfolgungsmaßnahmen kriminellen Callcentern den Kampf ansagen“, erklärte Teilprojektleiter Markus Kubo.

An dem Projekt nehmen Polizeibehörden aus Schweden, den Niederlanden, Österreich, Litauen und sogar New York teil. LKA-Präsident Andreas Stenger betonte: „Kriminalität wird immer komplexer, digitaler und transnationaler. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und Experten national wie international zusammenbringen.“

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