Die Polizeipräsidien Konstanz und Ravensburg haben am Sonntag mit einem gemeinsamen Biker-Aktionstag am Knopfmacherfels die neue Motorradsaison eingeläutet. Bei der bereits vierten Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Drive safe“ informierten sich zahlreiche Motorradfahrende über Verkehrssicherheit und präventive Maßnahmen.
Bei bestem Motorradwetter nutzten mehrere hundert Biker die Möglichkeit, sich an den Ständen verschiedener Kooperationspartner zu informieren. Der ADAC, die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Sigmaringen, die Kreisverkehrswacht Tuttlingen, der DRK-Kreisverband Tuttlingen, die Bergwacht Donau-Heuberg sowie Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Motorradstaffel und der Verkehrsunfallprävention boten Informationen zu Erster Hilfe am Unfallort, Technik, Sichtbarkeit und Risiken beim Motorradfahren an.
Der Präsident des Polizeipräsidiums Konstanz, Jürgen von Massenbach-Bardt, betonte in seiner Ansprache die Notwendigkeit der Präventionsarbeit. „Wir hatten in den Zuständigkeitsbereichen der Präsidien Ravensburg und Konstanz im letzten Jahr zehn verkehrstote Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer – dies ist auch immer mit großem Leid verbunden“, erklärte der Polizeipräsident. Diese Unfallzahlen gelte es zu verringern, da über 60 Prozent der Motorradunfälle von den Motorradfahrenden selbst verursacht und damit vermeidbar seien.
Lärmproblem im Fokus der Diskussion
Neben der Verkehrssicherheit stand auch das Thema Motorradlärm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Stefan Waizenegger, Bürgermeister der Gemeinde Fridingen an der Donau, griff das Lärmthema in seiner Rede auf und appellierte an ein Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden. Als Mitgliedsgemeinde der Motorradinitiative des Landes Baden-Württemberg ist Fridingen durch seine Tallage besonders von Lärmbelästigung betroffen. Waizenegger wies darauf hin, dass nicht nur Motorradfahrende für Lärmbelästigung sorgen, sondern sprach ausdrücklich alle motorisierten Verkehrsteilnehmenden an.
An der Veranstaltung nahmen neben von Massenbach-Bardt und Waizenegger auch Hans-Peter Wolf, Bürgermeister der Nachbargemeinde Beuron, sowie Dr. Marcus Ehm, Bürgermeister der Stadt Sigmaringen, teil. Von den mehreren hundert Bikern, die den Parkplatz der L 277 zwischen Fridingen und Beuron besuchten, versuchten 74 Personen ihr Glück bei einem Verkehrsquiz. Unter den Teilnehmenden wurden zehn Gutscheine für Motorrad-Fahrsicherheitstrainings ausgelost.
Verstärkte Kontrollen geplant
Die Polizei kündigte an, auch in diesem Jahr wieder verstärkt Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer im Hinblick auf überhöhte Geschwindigkeit und weitere Hauptunfallursachen zu kontrollieren. Außerdem stehen die Beschaffenheit und die Verkehrssicherheit der Motorräder bei den Kontrollen im Fokus. Mehrere Schwerpunktaktionen sind für die kommende Saison geplant.
Sicherheitstipps der Polizei
Die Polizei gab umfangreiche Sicherheitsempfehlungen für Motorradfahrende heraus. Vor dem Saisonstart sollten die technischen Einrichtungen des Motorrads auf Funktionstüchtigkeit überprüft werden – Luftdruck, Profil, Bremsen, Beleuchtung, Feder-Dämpfer-Elemente, Fahrwerklager und Antrieb wie die Kette. Bei Unsicherheiten empfiehlt die Polizei eine Inspektion beim Fachhändler.
Entsprechende Schutzkleidung und ein geeigneter Schutzhelm seien unverzichtbar, da wer darauf verzichte, Gesundheit und Leben riskiere. Eine getragene Biker-Warnweste mache Fahrende für andere Verkehrsteilnehmende weithin sichtbar und minimiere zusätzlich das Unfallrisiko. Die Polizei rät zudem, auf körperliche Fitness, mentale Verfassung und Konzentrationsfähigkeit zu achten und während der Fahrt genügend Pausen zu machen.
Bei der Fahrt sollten Motorradfahrende eine defensive und vorausschauende Fahrweise beibehalten und sicherheitsbewusst fahren. Besondere Vorsicht gelte bei Kreuzungen und Einmündungen, Gegenverkehr, tiefstehender Sonne, feuchten Straßenabschnitten, Straßenschäden, verschmutzter Fahrbahn sowie landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Die Polizei empfiehlt, immer mit eingeschaltetem Licht zu fahren, genügend Abstand zum Vorausfahrenden zu halten und vor Kurven rechtzeitig die Geschwindigkeit zu reduzieren. Kurven sollten nicht geschnitten werden, und bei Gruppenfahrten sei defensives Fahren ohne Überholmanöver innerhalb der Gruppe wichtig.
Abschließend empfiehlt die Polizei die Teilnahme an Fahr- und Sicherheitstrainings, die von regionalen Kreisverkehrswachten und privat organisierten Vereinen angeboten werden. Diese ermöglichen es Bikern, schnell wieder die nötige Sicherheit am Lenker zu finden und sich an die besonderen Anforderungen des Motorradfahrens zu gewöhnen.