Die Bonner Polizei warnt eindringlich vor Telefonbetrügern, die mit perfiden Maschen gezielt ältere Menschen um ihre Ersparnisse bringen. In den vergangenen Tagen verzeichnete das auf Betrugsdelikte spezialisierte Kriminalkommissariat 24 einen deutlichen Anstieg betrügerischer Anrufe.
Am Mittwoch (22. April 2026) wurden gleich zwei Seniorinnen Opfer der Kriminellen. In Königswinter übergab eine 89-jährige Frau Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro an einen Abholer. Sie war durch einen Schockanruf in dem Glauben gebracht worden, ihrem angeblich in einen Unfall verwickelten Sohn die Untersuchungshaft zu ersparen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Im zweiten Fall rief am Mittwochvormittag ein falscher Bankmitarbeiter eine 88-jährige Frau in Bonn-Auerberg an. Der Betrüger behauptete, es gäbe Probleme mit ihrem Konto und kündigte einen Mitarbeiter an, der die EC-Karten und Kreditkarten zur Überprüfung beziehungsweise Sperrung abholen müsse. Dabei erfragten die Täter auch die PIN-Nummer. Im weiteren Verlauf setzte vermutlich der Abholer die Karte an einem Geldautomaten ein und hob Bargeld vom Konto der 88-Jährigen ab.
Bei der Schockanruf-Masche geben sich die Straftäter als Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter aus und setzen die Angerufenen mit erfundenen Notfällen unter enormen psychischen Druck. Den Opfern wird beispielsweise mitgeteilt, dass ein Familienangehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem ein Mensch schwer verletzt oder getötet worden sei. Das Telefonat wird dann häufig von einem angeblichen Polizeibeamten oder Staatsanwalt übernommen, der behauptet, ein Richter habe Untersuchungshaft angeordnet, die nur durch sofortige Zahlung einer Kaution abgewendet werden könne.
Diese perfide Vorgehensweise führt dazu, dass die angerufenen Opfer sofort in eine psychische Ausnahmesituation geraten und kaum noch einen klaren Gedanken fassen können. Die Betrüger nutzen diese Verwirrung gezielt aus, um ihre Opfer zur Übergabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen.
Ausführliche Informationen und Tipps zum wirksamen Schutz vor den Betrügern stellt die Bonner Polizei auf ihrer Webseite unter https://bonn.polizei.nrw/seniorenpraevention-0 zur Verfügung. Zusätzlich haben Schauspieler Marek Erhardt und Deutschlands älteste Synchronsprecherin Luise Lunow in Zusammenarbeit mit der Polizei Hamburg einen authentischen Schockanruf eingesprochen, der unter https://www.polizei.hamburg/geschockt-abgezockt angehört werden kann.
Die Polizei empfiehlt, sich die Aufnahme aufmerksam anzuhören und mit Verwandten sowie im Bekanntenkreis über Schockanrufe und Telefonbetrug zu sprechen. Zudem sollte man sich gedanklich darauf vorbereiten, dass auch einen selbst ein solcher Anruf erreichen könnte.