Bei einer groß angelegten Lkw-Kontrolle auf den Rastanlagen Lorsch West und Ost haben Polizisten aus vier Bundesländern erschreckende Mängel festgestellt. Von 24 kontrollierten Fahrzeugeinheiten konnte nur eine einzige ohne Beanstandung weiterfahren – die Mängelquote lag bei 95 Prozent.
60 Beamtinnen und Beamte mehrerer hessischer Polizeipräsidien sowie aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz kontrollierten am Dienstag von 13.00 bis 16.00 Uhr den gewerblichen Gütertransport auf der A 67. Drei Sachverständige für Ladungssicherung unterstützten die Aktion und schulten die Kontrolleure zuvor in einem Vortrag.
Die festgestellten Verstöße reichten vom Güterkraftverkehrsgesetz über EU-Sozialvorschriften und Ladungsbestimmungen bis hin zu Fahren ohne Fahrerlaubnis, Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und die Straßenverkehrsordnung. Die Polizisten zogen über 15.000 Euro Sicherheitsleistungen vor Ort ein und untersagten in acht Fällen die Weiterfahrt.
Besonders gravierend waren die technischen Mängel: Bei einem osteuropäischen Lastwagen mit Anhänger, der drei Autos transportierte, stellten Experte einer technischen Prüfstelle 43 teils erhebliche und gefährliche Mängel fest. Der Anhänger war nahezu ohne Bremswirkung, die Fahrgestelle von Anhänger und Zugfahrzeug wiesen Risse und Brüche auf. Zusätzlich verstieß der Fahrer gegen Kabotagevorschriften und manipulierte die Aufzeichnung seiner Lenk- und Ruhezeiten, indem er einige Fahrten ohne eingelegte Fahrerkarte durchführte. Gegen das Unternehmen und den Fahrer wurden Sicherheitsleistungen von rund 4.400 Euro erhoben.
Eine weitere osteuropäische Kombination mit sieben geladenen Neufahrzeugen musste ebenfalls auf der Rastanlage bleiben. Bei dem Fahrzeug entdeckten die Kontrolleure Mängel an den Bremsanlagen sowohl des Zugfahrzeugs als auch des Anhängers. Außerdem überschritt die Kombination die maximal erlaubte Länge, sodass der Fahrer die Fahrzeuge neu verladen musste.
Die Polizei sieht das Kontrollergebnis als Bestätigung dafür, dass solche Maßnahmen unerlässlich sind und auch künftig fortgesetzt werden. Aus polizeilicher Sicht war die Vielzahl der technischen, teilweise gravierenden Mängel an den Fahrzeugen frappierend.