Bielefeld-Mitte – Beamten des Verkehrsdienstes fiel am Dienstag, 28. April 2026, ein Pkw mit Anhänger auf, aus dem Aluminium- und Stahlstangen rund 2,20 Meter über die Heckklappe hinausragten. Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass der Fahrer offenbar illegal Schrott und gefährliche Abfälle gesammelt hatte – ohne die erforderlichen Genehmigungen.
Der 69-jährige Bielefelder war mit seinem Fahrzeug und dem 750-Kilogramm-Anhänger durch den Tunnel des Ostwestfalendamms in Richtung Brackwede gefahren, als die Polizisten auf die weit überragende Ladung aufmerksam wurden. Auf einem nahegelegenen Parkplatz kontrollierten sie ihn genauer: Auf der gesamten Ladefläche des Anhängers sowie im Pkw selbst lagen Altgeräte, Aluminium- und Stahlschrott.
Auf demselben Parkplatz stand außerdem ein weiterer Anhänger des 69-Jährigen – ein Pferdeanhänger, in dem ebenfalls Abfälle lagerten, darunter teils gefährliche Stoffe: altölverschmierte Tonnen und mehrere Pkw-Kühler mit Restkühlmittel. Das Sammeln und Handhaben solcher Materialien, darunter auch Elektroschrott, ist nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz nur genehmigten Fachbetrieben erlaubt. Eine entsprechende Genehmigung der Stadt Bielefeld konnte der Mann nicht vorlegen.
Vor Ort ließen sich etwa 20 Entsorgungen nachweisen, die der 69-Jährige gegen Bezahlung durchgeführt hatte. Zudem bestand der Verdacht, dass für ein 2021 angemeldetes Gewerbe keine Abgaben geleistet worden waren. Der Zoll Bielefeld wurde wegen möglicher Straftaten nach der Abgabenordnung und wegen Steuerhinterziehung hinzugezogen.
Das Ordnungsamt der Stadt Bielefeld ließ den Pferdeanhänger zu einem Wertstoffhof des städtischen Umweltbetriebs bringen und dort fachgerecht entladen. Den 69-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Straftaten nach dem Umweltgesetz und der Abgabenordnung sowie einer Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz.