Viertklässler der Nordertorschule und Friedrich-Ebert-Schule in Nienburg haben ihre Fahrradausbildung erfolgreich mit einer Prüfungsfahrt durch die Innenstadt abgeschlossen. Unter Anleitung von Kontaktbeamter Dirk Stothfang von der Polizei Nienburg übten die Kinder das sichere Radfahren im echten Straßenverkehr.
Die Ausbildung folgte einem mehrstufigen Konzept: Nach dem Theorieunterricht und ersten Praxisübungen auf dem Schulhof trainierten die Schüler auf dem Verkehrsübungsplatz in der Von-Philipsborn-Straße. Dort lernten sie Vorfahrtsregeln und das richtige Abbiegen. Den Höhepunkt bildete die kombinierte Prüfungsradtour durch die Nienburger Innenstadt.
In kleinen Gruppen, angeführt von Kontaktbeamter Stothfang und abgesichert durch die Klassenlehrerinnen, fuhren die Kinder durch den Stadtverkehr. An neuralgischen Punkten hielt die Gruppe bewusst an, damit Stothfang die konkrete Verkehrssituation erklären konnte. Die Kinder mussten unter seiner Aufsicht eigene Entscheidungen treffen: Wie verhalte ich mich an der nächsten Kreuzung? Welches Verkehrsschild gilt hier?
„Das Training ist absolut sinnhaft. Die Kinder nehmen unter realistischen Bedingungen eine ganze Menge mit“, zeigten sich Stothfang und die beteiligten Lehrkräfte begeistert. Der Unterschied zwischen dem ruhigen Übungsplatz und dem realen Innenstadtverkehr war für die Kinder deutlich spürbar. Entsprechend hoch waren die Konzentration und der Eifer der jungen Radler.
Nicht alle Kinder konnten teilnehmen: Wer noch erhebliche Defizite beim Fahren zeigte oder mit einem verkehrsunsicheren Fahrrad erschien – etwa mit defekten Bremsen – musste zum eigenen Schutz ausgeschlossen werden. Laut Stothfang kommt das gar nicht so selten vor.
Polizei und Schulen nutzen das Training für einen dringenden Appell an die Eltern: Die Förderung der Radfahrkompetenz sollte nicht erst im 4. Schuljahr beginnen. Eltern werden gebeten, bereits ab der 1. Klasse regelmäßig mit ihren Kindern das Fahrradfahren im Alltag zu üben. Das fördert die Selbstständigkeit und Fitness der Kinder, schont die Umwelt und reduziert das morgendliche Verkehrschaos durch „Elterntaxis“ vor den Schulen.
Alle Beteiligten zogen ein durchweg positives Fazit. Das Training war für die Kinder eine prägende Erfahrung. Die teilnehmenden Schulen zeigten sich so motiviert, dass sie am liebsten direkt weitere Lerntouren anschließen würden. Auch aus der Nienburger Bevölkerung gab es während der Touren viel positives Feedback und aufmunternde Worte, was die Kinder zusätzlich anspornte.