Puppenspielerinnen und Puppenspieler aus Deutschland, der Schweiz und Belgien sind am Donnerstag zu ihrem 32. Symposium in der Jugendburg im Borkener Ortsteil Gemen zusammengekommen. Der „Verein zur Förderung der Methode Puppenspiel in der Kriminal- und Verkehrsprävention“ (VPKV) hatte das westliche Münsterland als Tagungsort gewählt, weil die Polizeipuppenbühne Borken ihr 40-jähriges Bestehen feiert.
„Emotionale Vermittlung ist genauso wichtig wie kognitive“, warb die VPKV-Vorsitzende Kerstin Hassel für das Puppenspiel als Präventionsmethode. Im Ernstfall könne das so Erlernte eine entscheidende Rolle spielen, wenn beispielsweise ein Kind am Straßenrand den Gefahren des Autoverkehrs gegenüberstehe. Hassel hob die Bedeutung der Kooperation hervor, die der VPKV mit der Polizei NRW geschlossen habe – „ein starkes Signal“. Eine weitere Kooperation bestehe mit der NRW-Initiative „Sicher im Straßenverkehr“.
Die Vorsitzende dankte ausdrücklich allen Unterstützern und Sponsoren sowie den engagierten Mitstreiterinnen aus Borken, Iris Röckinghausen und Julia Nöthling, die die viertägige Veranstaltung maßgeblich vorbereitet hatten.
„Ob in der Verkehrssicherheit, im Brandschutz oder in der sozialpädagogischen Arbeit – Sie erreichen insbesondere Kinder auf eine Weise, die nachhaltig wirkt“, wandte sich der Borkener Landrat Dr. Kai Zwicker an die Anwesenden im Rittersaal. Die Puppe sei dabei ein ganz besonderes Werkzeug: Sie vermittle Botschaften und Verhaltensweisen unmittelbar, niedrigschwellig und ohne erhobenen Zeigefinger.
„Der VPKV ist ein Partner, der Verantwortung übernimmt“, unterstrich Polizeidirektorin Friederike Evers, stellvertretende Verkehrsreferentin im Ministerium des Innern NRW. Generationen von Kindern hätten auch durch das Puppenspiel gelernt, wie sie sich sicher im Straßenverkehr bewegen.
Ein besonderes Grußwort hielt Annegret Krauskopf, die Ehrenvorsitzende des VPKV. Sie blickte auf die Entwicklung des Verbands zurück und erinnerte daran, wie die Aktiven Entwicklungen vorangebracht und auch um Mittel für die Methode Puppenspiel gekämpft hätten. Ihr besonderer Dank galt Kerstin Hassel als ihrer Nachfolgerin für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit.
Zu den Ehrengästen der feierlichen Eröffnung zählten auch Paul Albers, Abteilungsleiter Polizei Borken, Polizeioberrat Markus Szech, Teildezernatsleiter LZPD NRW, Dr. Patrick Wüstefeld von der Unfallkasse NRW, und Jörg Weinrich von der Landesverkehrswacht NRW. Die Moderation übernahm Isabelle Groß de Garcia.
Einen anschaulichen Einblick in die Geschichte und Wirkung des Puppenspiels vermittelte Emilien Truche mit Auszügen einer Lecture-Performance. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Polizeikinderchor Ahaus, den das Publikum mit großem Beifall für den packenden Gesang belohnte.
Nach der Eröffnung standen in den Folgetagen vier Workshops im Vordergrund – mit den Themenfeldern Puppenspiel, Stimme, Spielfreude und Stückerarbeitung. Eine Präsentation der Ergebnisse setzte am Sonntag den Schlusspunkt der viertägigen Veranstaltung.