Rinteln – Seit September 2025 häufen sich Taschendiebstähle in den ALDI-Filialen in Rinteln in einem auffälligen Ausmaß. Die Polizei geht vom Verdacht auf gewerbsmäßigen Bandendiebstahl aus und hat inzwischen mit gezielten Sondereinsätzen reagiert. Betroffen sind vor allem Frauen über 60 Jahren.
Die Diebe haben es auf Geldbörsen und ähnliche Mäppchen abgesehen, die sie aus Jacken- und Hosentaschen sowie aus Hand- und Einkaufstaschen stehlen. Zuletzt wurden solche Diebstähle mehrmals pro Woche angezeigt. Besonders gravierend: In mehreren Fällen nutzten die Täter die gestohlenen Kredit- und EC-Karten unmittelbar danach in nahe gelegenen Bankfilialen, um unbefugt Bargeld abzuheben. In einzelnen Fällen bezahlten sie damit sogar ihren eigenen Einkauf.
Die Ermittlungen zeigen zudem, dass die Täter professionell und arbeitsteilig vorgehen: Während eine Person die Umgebung im Blick behielt und mögliche Zeugen beobachtete, griff der Komplize unbemerkt in die Tasche der Opfer. Die unbekannte Täterschaft wurde dabei von den Opfern selten bis gar nicht wahrgenommen. Die Polizei Rinteln geht nach aktuellem Stand nicht von einer dauerhaften, lokalen Diebstahlsserie aus. Vielmehr deuten die kurzzeitigen Häufungen auf reisende Täter hin, die gezielt durch die Region ziehen und Gelegenheiten zum Diebstahl konsequent ausnutzen. Mögliche Tatzusammenhänge werden nach Angaben der Polizei akribisch geprüft.
Angesichts der starken Häufung der Fälle im Rintelner Stadtgebiet erhöhte die Polizei den Druck mit gezielten Schwerpunkteinsätzen. Mit Unterstützung der Verfügungseinheit sowie des Kriminalermittlungsdienstes aus Bückeburg fanden vergangene Woche verdeckte Maßnahmen im und um die ALDI-Filiale in der Rintelner Nordstadt statt – sowohl am Montag, dem 20. April, als auch am Donnerstag, dem 23. April. Zu neuen Straftaten kam es während dieser Einsätze nicht, Festnahmen gab es ebenfalls keine.
Auch ohne Festnahmen verdeutlichen die Maßnahmen die Ernsthaftigkeit der Lage, betont die Polizei. Da Beamte nicht rund um die Uhr an jedem Ort präsent sein können, appelliert die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg eindringlich an die Eigenvorsorge – insbesondere bittet sie darum, ältere Angehörige gezielt zu sensibilisieren.
Die Polizei Rinteln gibt folgende Präventionstipps: Geldbörsen sollten stets körpernah in verschlossenen Innentaschen getragen werden – nicht in der Gesäßtasche oder lose in der Jacke. Handtaschen und Rucksäcke dürfen niemals am Griff oder im Korb des Einkaufswagens abgelegt werden, auch nicht für einen kurzen Moment. Im Supermarkt sollte man besonders auf Personen achten, die auffällig nahekommen, scheinbar versehentlich anrempeln oder versuchen, durch Fragen abzulenken. Wertsachen müssen jederzeit im Auge behalten werden.