Der Fahrer des Müllfahrzeugs, das vor knapp zwei Wochen bei einem schweren Unfall auf der B415 bei Lahr zwei Menschen tötete, hat in Beisein seines Verteidigers medizinische Gründe für die Unfallverursachung geltend gemacht. Die Staatsanwaltschaft Offenburg und das Polizeipräsidium Offenburg teilten mit, dass die Ermittlungen zur Unfallursache voranschreiten.
Der 56-jährige Fahrer machte nicht nur gesundheitliche Probleme als Unfallursache geltend, sondern erklärte auch sein Verhalten nach den Kollisionen am 9. April mit medizinischen Gründen. Die Ermittler müssen nun prüfen, ob diese Angaben einer möglichen medizinischen Beeinträchtigung mit Fakten untermauert oder entkräftet werden können. Diese Untersuchungen werden nach Angaben der Behörden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Der 56-Jährige zeigt sich kooperativ bei der Aufklärung: Er gab sein Handy freiwillig zur Auswertung heraus. Die weiteren Untersuchungen müssen zeigen, ob darin Inhalte zu finden sind, die in direktem Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen stehen. Wegen der aktiven Mitwirkung des mutmaßlichen Unfallverursachers bei der Aufklärung der Tat konnte die Staatsanwaltschaft ihre bisherigen Bedenken ausräumen, er werde sich dem Verfahren entziehen.
Da die Staatsanwaltschaft Offenburg keine Fluchtgefahr mehr sieht, nahm sie die gegen die Ablehnung des Erlasses eines Haftbefehls eingelegte Beschwerde zurück. Die beiden Insassen des stark beschädigten Opel Corsa konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Gegen den zum Unfallzeitpunkt im Müllwagen befindlichen Mitfahrer werden derzeit keine polizeilichen Ermittlungen geführt – er hat den Status eines Zeugen.
Bei dem Unfall am 9. April war der 56-jährige französische Staatsbürger mit seinem Müllfahrzeug von Lahr kommend auf der B415 in Richtung Autobahn gefahren. Im Bereich der Einmündung zur B3 fuhr er auf einen vor ihm fahrenden Opel Corsa auf, der daraufhin mit einem Ampelmast kollidierte. Anschließend erfasste der Lkw zwei Fußgänger auf einem Fußgängerüberweg und fuhr weiter. Eine 38-jährige Frau und ein 37-jähriger Mann starben noch an der Unfallstelle. Zeugen bestätigten, dass die Ampel für den stadtauswärts fahrenden Verkehr auf Rot stand.