Bei einer Verfolgungsfahrt mit einem nicht angeschnallten Autofahrer haben sich am Freitag, 1. Mai, gegen 16:28 Uhr im Bereich Bad Münder mehrere erhebliche Verkehrsverstöße und eine Widerstandshandlung ereignet. Ein 19-jähriger Fahrzeugführer eines VW up entzog sich einer Polizeikontrolle und flüchtete mit Geschwindigkeiten von über 150 km/h bei erlaubten 70 km/h.
Die Verfolgung begann in der Brullser Straße, wo eine Funkstreifenwagenbesatzung den jungen Mann wegen des fehlenden Sicherheitsgurts anhalten wollte. Der Fahrer hielt zunächst selbstständig an einer Bushaltestelle an, beschleunigte jedoch plötzlich und flüchtete. Die Verfolgungsfahrt führte über die B442 in Richtung Coppenbrügge, weiter über die B1 in Richtung Hameln sowie über die L588 und L423 in Richtung Hohnsen.
Auf der B442 zwischen Bäntorf und Coppenbrügge gefährdete der Flüchtende konkret eine Radfahrerin, die aufgrund seiner rücksichtslosen Fahrweise in den Grünstreifen ausweichen musste. Während der gesamten Fahrt überholte er mehrere Fahrzeuge. Im Bereich der Abfahrt Herkensen verlor der 19-Jährige beim Abbiegevorgang die Kontrolle über das Fahrzeug, kam von der Fahrbahn ab und verunfallte in einem Graben. Anschließend setzte er seine Flucht zu Fuß über ein angrenzendes Feld fort.
Nach kurzer fußläufiger Verfolgung konnten die Polizistinnen und Polizisten den Beschuldigten stellen. Dabei leistete der junge Mann erheblichen Widerstand, schlug und trat nach den Beamten. Erst durch den Einsatz des Reizstoffsprühgerätes unter Hinzuziehung weiterer Kräfte konnte er überwältigt werden. Zwei Polizistinnen und Polizisten wurden bei den Widerstandshandlungen leicht verletzt, blieben jedoch dienstfähig.
In unmittelbarer Nähe des Beschuldigten fanden die Ermittler ein Einhandmesser auf. Ob dieses im Rahmen der Widerstandshandlungen eingesetzt werden sollte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Zudem ergaben sich Hinweise auf eine mögliche Beeinflussung durch berauschende Mittel, sodass eine Blutentnahme angeordnet und durchgeführt wurde.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hannover wurde das Fahrzeug beschlagnahmt und durchsucht. Dabei entdeckten die Beamten im Handschuhfach mehrere Verpackungen mit einer weißen Substanz. Die Ermittlungen hierzu dauern an.
Die Polizei bittet insbesondere die betroffene Radfahrerin sowie weitere mögliche Geschädigte oder Zeugen, sich bei der Polizei Bad Münder unter der Telefonnummer 05042 / 5064-0 zu melden.