Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden ist das Gewitterrisiko in Deutschland als niedrig bis moderat einzustufen. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einer mittleren konvektiven Energie, die für einzelne, teils kräftige Schauer oder ein lokales Gewitter ausreicht, aber keine flächendeckende Unwetterlage begründet. Betroffen sein können vor allem Regionen, in denen sich tagsüber Wärme aufgestaut hat – klassisch der Süden und die Mittelgebirgslagen, wo Hebungseffekte die Auslösetemperatur eher erreichen. Einzelne Gewitter sind zwischen 19:00 und 23:00 Uhr nicht ausgeschlossen. Böen bis 30 km/h sind im Vorfeld möglich; Hagel ist bei den vorliegenden Bedingungen eher unwahrscheinlich, kann aber bei direktem Zellkontakt kleinkörnig auftreten. Eine flächige Unwettergefahr besteht nicht.
Meteorologisch erklärt sich das begrenzte Potenzial wie folgt: Die Luftfeuchtigkeit liegt mit 79 % auf einem kritischen Niveau – Werte über 70 % gelten als Feuchtigkeitsschwelle, ab der Gewitterzellen effizienter arbeiten können, weil latente Wärme beim Kondensieren den Aufwärtsantrieb zusätzlich verstärkt. Gleichzeitig ist der Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt mit nur 4 °C gering, was bedeutet: Die Atmosphäre ist nah an ihrer Sättigungsgrenze, Wolken- und Schauertätigkeit kann rasch einsetzen. Der Instabilitäts-Index von 5/10 signalisiert vorhandenes, aber kein extremes konvektives Potenzial – vergleichbar einem gespannten, aber noch nicht gerissenen Gummiband. Die Windscherung – also die Veränderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe – ist bei Böen von 30 km/h moderat; für rotierende Gewitterzellen (Mesozyklonen) wären deutlich höhere Werte nötig. Das Niederschlagsrisiko von 37 % unterstreicht: Es kann treffen, muss aber nicht.
In der Nacht auf Dienstag lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach, da die eintreibende Nachtluft die Thermik abbaut. Der Dienstag selbst präsentiert sich mit deutlich geringerer Instabilität (Index 3/10), sinkender Luftfeuchte auf 50 % und einem leicht erhöhten Taupunkt-Abstand von 4,6 °C – die Atmosphäre stabilisiert sich spürbar. Gewitter sind am Dienstag sehr unwahrscheinlich; die Niederschlagswahrscheinlichkeit von 22 % deutet allenfalls auf einzelne harmlose Schauer hin. Der Mittwoch bringt dann ergiebigeren Regen mit rund 10 Millimetern Niederschlag und einer Wahrscheinlichkeit von 64 % – dieser fällt jedoch stratiformer Natur, also als länger anhaltender Landregen ohne nennenswerte Gewitteraktivität (Index ebenfalls 3/10). Donnerstag wird mit Höchstwerten um 13 °C der bisher kühlste Tag der Woche – trocken, ruhig, kein konvektives Potenzial.
Wer heute Abend noch im Freien unterwegs ist – beim Sport, Grillen oder auf dem Wasser – sollte auf drei Warnsignale achten: Eine plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb von Minuten kann den Einzug einer Gewitterzelle ankündigen. Rasch aufziehende dunkle Quellwolken im Westen oder Südwesten sind ebenfalls ein Frühwarnzeichen. Und wenn der Wind innerhalb kurzer Zeit deutlich zunimmt und dreht, ist es Zeit, Schutz zu suchen. Wassersportler sollten bei sichtbarer Bewölkungsentwicklung vorsorglich das Ufer ansteuern – offene Wasserflächen sind besonders blitzgefährdet. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte bei starkem Regen Geschwindigkeit reduzieren und auf stehendes Wasser auf der Fahrbahn achten. Generell gilt: Bei Donner sofort stabiles Gebäude oder Fahrzeug aufsuchen, Bäume und freie Flächen meiden.
