Stand 17:00 Uhr, Sonntag, 01. November 2026: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 5 von 10 – das klingt zunächst nach einem mittleren Wert, ist jedoch für Anfang November bei Temperaturen zwischen 3 und 8 Grad vollständig irrelevant für konvektive Entwicklungen. Gewitter sind heute Abend und in der Nacht nicht zu erwarten. Die Luft ist mit Windgeschwindigkeiten um 15 km/h und Böen bis 26 km/h in Bewegung, aber deutlich unterhalb jeder gewitterrelevanten Schwelle. Niederschlag bleibt mit 0 mm und einer Wahrscheinlichkeit von lediglich 3 Prozent praktisch ausgeschlossen.
Warum ist trotz eines Instabilitäts-Index von 5 und einer sehr hohen Luftfeuchte von 89 Prozent kein Gewitter möglich? Die Antwort liegt in der Temperatur. Gewitter entstehen, wenn feuchtwarme Luft aufsteigt und sich dabei abkühlt – dieser Prozess setzt ausreichend Wärme voraus, die als thermische Energie (meteorologisch: CAPE, also konvektiv verfügbare potenzielle Energie) gespeichert ist. Bei maximal 8 Grad Celsius ist diese Energie schlicht nicht vorhanden. Der Taupunkt-Gradient von 1,9 Grad zeigt zwar eine nahezu gesättigte Atmosphäre – die Luft ist also sehr feucht und nah am Kondensationspunkt –, aber ohne thermischen Auftrieb bleibt diese Feuchte harmlos. Sie sorgt höchstens für Nebel oder Hochnebel, nicht für Gewitterzellen. Die Windscherung (Veränderung von Windstärke und -richtung in der Höhe), die für rotierende Gewitterstrukturen wie Mesozyklonen nötig wäre, spielt bei diesen Bedingungen keine Rolle.
In der Nacht auf Montag und den gesamten Montag, 02. November, bleibt die Lage ruhig und entspannt sich meteorologisch sogar weiter. Die Temperaturen sinken auf 0 bis 7 Grad, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und der Instabilitäts-Index geht auf 3 von 10 zurück. Auch Dienstag und Mittwoch zeigen keinerlei konvektives Potenzial: stabile Verhältnisse, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, trockene Luft, kein Niederschlag. Die einzige relevante Änderung: Am Dienstag frischen die Winde wieder auf bis zu 26 km/h Böen auf, und am Mittwoch wird es ganztägig gleichmäßig kalt bei etwa 3 Grad – ein Hinweis auf eine dichte Hochnebeldecke oder Grauschleier, aber keinerlei Gewittergefahr.
Besondere Sicherheitshinweise für Gewittergefahren entfallen heute vollständig. Wer jedoch in den Abendstunden noch unterwegs ist, sollte die hohe Luftfeuchte von 89 Prozent im Blick behalten: Bei klarem Himmel oder wenn die Bewölkung aufreißt, kann sich in Senken, Flusstälern und auf Landstraßen rasch dichter Nebel bilden. Das ist die eigentliche Wettergefahr dieser Nacht. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten die Geschwindigkeit entsprechend anpassen und Nebelscheinwerfer nur bei Sichtweiten unter 50 Metern einschalten.
