Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls schwach moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch nicht ausreicht, um Gewitter auszulösen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 2 Prozent, Böen bleiben mit bis zu 23 km/h weit unter kritischen Schwellenwerten. Der Abend und die Nacht verlaufen trocken und ruhig, Temperaturen fallen auf etwa 7 Grad ab. Kein Hagel, kein Blitz, keine Warnstufe.
Warum bleibt es trotz des nicht ganz niedrigen Instabilitäts-Index ruhig? Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Luftfeuchte liegt bei 78 Prozent – das ist für sich genommen ein Wert, der aufhorchen lässt, da Werte über 70 Prozent grundsätzlich zur Kondensation und Wolkenbildung beitragen können. Der Temperatur-Taupunkt-Gradient beträgt jedoch 4,5 Grad Celsius: Je kleiner dieser Wert, desto feuchter und instabiler die bodennahe Luftschicht – unter 7 Grad gilt er bereits als potenziell problematisch. Allerdings fehlt heute der entscheidende dynamische Antrieb: Die Windscherung (also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe) ist bei Böen von nur 23 km/h minimal, es liegt kein sinkendes Druckfeld vor, das konvektive Aufwärtsbewegungen in Gang setzen könnte. Ohne diesen Auftrieb bleibt die vorhandene Feuchte und leichte Instabilität ungenutzt – die Atmosphäre ist stabil genug, um Konvektion zu unterdrücken.
In der Nacht und am Mittwoch, den 23. September, entspannt sich die Lage weiter: Die Luftfeuchte sinkt deutlich auf 50 Prozent, der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 13 Prozent – damit ist allenfalls leichter Regen oder Nieselregen denkbar, aber keine konvektiven Ereignisse. Donnerstag bringt mit Böen bis 35 km/h etwas mehr Wind und eine Regenwahrscheinlichkeit von 30 Prozent bei 2,4 mm Niederschlag – das ist frontaler Landregencharakter, kein Gewittergeschehen. Der Freitag präsentiert sich mit einer Taupunktdifferenz von nur 1,3 Grad und kaum Wind außerordentlich ruhig und neblig-trüb, aber weiterhin gewitterfrei. Die kommenden Tage sind meteorologisch als typisch herbstlich und konvektiv inaktiv einzustufen.
Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die allgemeinen Warnsignale für kommende Wetterlagen: Ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen oder eine deutlich dunkler werdende Wolkenbasis im Westen sind stets frühe Hinweise auf aufziehende Konvektion. Für Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Fahrten in den nächsten Tagen gilt: Donnerstag bei den stärker auffrischenden Winden Vorsicht auf exponierten Flächen und Autobahnabschnitten, Regenausrüstung einpacken. Ansonsten steht einem ruhigen Herbstwochenende nichts im Wege.
