Das Wetter in Deutschland: Kein Gewitterrisiko heute – aber grauer, nasser Dienstagabend

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Mittwoch – besteht in Deutschland kein relevantes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt bei moderaten 5 von 10, was zwar auf ein gewisses konvektives Potenzial hindeutet, jedoch fehlen die entscheidenden Zutaten für elektrische Entladungen. Stattdessen erwartet Sie ein trüber, nasser Abend mit anhaltenden Regenschauern, Temperaturen zwischen 14 und 17 °C sowie mäßigem Wind um 15 km/h mit Böen bis 26 km/h. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 60 Prozent, und mit knapp 8 mm Niederschlag bleibt es ein klassisch grauer Spätsommerabend – unangenehm, aber ungefährlich.

Die meteorologische Begründung für das ausbleibende Gewitter ist trotz des erhöhten Instabilitäts-Index eindeutig: Der Taupunkt-Gradient – also der Unterschied zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt lediglich 1,3 °C. Ein Wert unter 7 °C signalisiert zwar hohe bodennahe Feuchte, aber er zeigt hier auch, dass die Atmosphäre bereits weitgehend gesättigt ist und kaum noch thermische Energie für explosive Aufwärtsbewegungen bereitstellt. Die Luftfeuchte von 91 Prozent bestätigt dieses Bild: Die Luft ist schwer und träge, nicht explosiv geladen. Windböen von maximal 26 km/h liegen weit unter dem Schwellenwert, ab dem Windscherung – also das Drehen und Zunehmen des Windes mit der Höhe – Meso­zyklonen oder rotierende Gewitterzellen begünstigen würde. Das Druckfeld zeigt keinen dynamischen Auftrieb, der konvektive Energie freisetzen könnte. Kurz gesagt: Es regnet, weil die Atmosphäre feucht und instabil genug für Wolken und Niederschlag ist – aber nicht instabil genug für Gewitter.

In der Nacht und am Mittwoch, dem 19. August, lässt die Niederschlagsintensität leicht nach – die Regenwahrscheinlichkeit sinkt auf 43 Prozent bei 6,6 mm prognostiziertem Niederschlag. Die Temperaturen steigen tagsüber auf bis zu 21 °C, die Luftfeuchte fällt deutlich auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient wächst auf 3 °C an. Der Instabilitäts-Index sinkt auf 3 von 10. Das bedeutet: Die Atmosphäre stabilisiert sich merklich, das konvektive Potenzial nimmt ab. Auch am Donnerstag und Freitag bleibt es bei Werten von 3 auf dem Index ruhig – Donnerstag bringt mit bis zu 23 °C den wärmsten Tag der Reihe, bleibt aber trocken und stabil. Der Freitag präsentiert sich als ruhigster Tag der Woche mit nahezu windstillen Verhältnissen und praktisch null Regenwahrscheinlichkeit. Eine Gewitterentwicklung ist in den kommenden vier Tagen nicht in Sicht.

Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr besteht, sollten Sie den nassen Bedingungen angepasst unterwegs sein. Autofahrerinnen und Autofahrer aufgepasst: Nässe und reduzierte Sicht durch Dauerregen erfordern angepasste Geschwindigkeit und ausreichend Sicherheitsabstand – Aquaplaning-Gefahr besteht besonders auf Autobahnen bei stehendem Wasser. Wer draußen unterwegs ist oder Sport treibt, sollte wasserdichte Kleidung einplanen und Wege meiden, die bei 8 mm Regen schnell überflutet oder rutschig werden können. Wassersportler sollten beachten, dass Böen bis 26 km/h auf Seen und Flüssen ungemütlich werden können – Ausflüge auf kleinen Booten besser auf morgen vertagen, wenn Wind und Niederschlag nachlassen. Behalten Sie die Wetterlage im Blick: Sollten Böen unerwartet zunehmen oder die Temperatur schlagartig fallen, kann das ein Hinweis auf eine lokale Lage-Verschärfung sein – auch wenn das heute Abend nach aktuellem Stand unwahrscheinlich ist.