Das Wetter in Deutschland: Ruhiger Samstag, aber Sonntag bringt Regen und steigende Gewittergefahr

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Sonntag – bleibt das Gewitterrisiko in Deutschland auf einem niedrigen Niveau. Der heutige Samstag präsentiert sich weitgehend trocken mit Temperaturen, die tagsüber auf bis zu 23 Grad geklettert sind. Der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10, was theoretisch konvektives Potenzial andeutet, jedoch reichen die aktuellen Bedingungen nicht aus, um organisierte Gewitterzellen zu zünden. Einzelne Schauer sind bis Mitternacht nicht völlig ausgeschlossen – die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 29 Prozent mit bis zu 0,9 mm –, doch echte Gewitter mit Blitz und Hagel sind heute Nacht unwahrscheinlich. Wind weht mit 16 km/h, Böen bis 31 km/h bleiben unkritisch.

Der Grund für die verhaltene Gewitteraktivität liegt in der Kombination aus zu trockener Grundschicht und fehlender dynamischer Unterstützung. Zwar signalisiert der Instabilitäts-Index mit 5/10 eine moderate atmosphärische Labilität – das bedeutet, warme Luft in Bodennähe könnte prinzipiell aufsteigen und Quellwolken bilden –, doch die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt derzeit noch 5,8 Grad Celsius. Erst unterhalb von etwa 4 Grad gilt die bodennahe Luftschicht als ausreichend feucht, um Konvektion kräftig anzufachen. Die Luftfeuchte liegt bei 73 Prozent, was grenzwertig ist, aber ohne stark sinkendes Druckfeld fehlt der nötige dynamische Auftrieb, der Gewitterzellen in die Höhe treibt. Windscherung – also die Änderung von Windrichtung und -stärke mit der Höhe, die Gewitterzellen organisiert und langlebig macht – ist heute bei den gemessenen Böen von 31 km/h nicht ausgeprägt genug für mesoskalige Konvektion.

Der Blick auf Sonntag und Montag zeigt eine deutliche Wetterumstellung. Am Sonntag, 5. Juli, dreht das Bild: Regen ist wahrscheinlich, der Wind legt auf 20 km/h mit Böen bis 39 km/h zu, und der Taupunkt-Gradient sinkt auf kritische 4,2 Grad – die Luft wird merklich feuchter. Der Instabilitäts-Index steigt auf 6/10 und bewegt sich damit an der Grenze zum erhöhten Gewitterrisiko. Besonders in der ersten Tageshälfte können sich bei Durchzug der Störungszone schauerartige Niederschläge (4,9 mm) mit einzelnen eingelagerten Gewittern entwickeln. Böen knapp unter 40 km/h in Kombination mit der erhöhten Feuchte deuten auf ein moderates Unwetterpotenzial hin. Am Montag beruhigt sich die Lage graduell: Der Index fällt auf 3/10, die Regenmenge steigt zwar auf 6,3 mm bei 49 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit, doch der thermodynamische Antrieb für Gewitter lässt nach. Dienstag bringt schließlich trockene und stabile Verhältnisse.

Auch wenn der heutige Abend ruhig bleibt, lohnt es sich, morgen früh wachsam zu sein. Warnsignale für aufkommende Gewitter sind plötzliche Temperaturabfälle um mehr als 3 bis 5 Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Quellwolken aus Westen sowie spürbar zunehmende Böen. Wer morgen Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren, Wandern oder Grillen plant, sollte regelmäßig die DWD-Warnkarte prüfen und bei auffrischenden Winden aus dem Freien in feste Gebäude ausweichen. Wassersportler auf Seen und Flüssen sollten angesichts der Böen bis 39 km/h am Sonntag besondere Vorsicht walten lassen – offene Gewässer sind bei Gewittern lebensgefährlich. Autofahrer sollten bei starkem Regen Geschwindigkeit reduzieren und auf Aquaplaning achten. Die goldene Regel bleibt: Bei Donner sofort Schutz suchen, mindestens 30 Minuten nach dem letzten Donner im Gebäude bleiben.