Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Sonntag – besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Samstag zeigt sich mit Temperaturen bis 30 Grad, einer Luftfeuchte von 62 Prozent und einem Instabilitäts-Index von 0 von 10 als vollständig stabil. Die Atmosphäre ist schlicht zu trocken und zu wenig destabilisiert, um konvektive Prozesse in Gang zu setzen. Wind mit Böen bis maximal 34 km/h bleibt harmlos. Wer heute Abend draußen ist – kein Handlungsbedarf.
Der Grund für die stabile Lage liegt im Zusammenspiel mehrerer hemmender Faktoren: Der sogenannte Taupunkt-Gradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt heute 10,6 Grad Celsius. Liegt dieser Wert über 7 Grad, ist die bodennahe Luft zu trocken, um kräftige Aufwinde mit ausreichend Feuchtigkeit zu speisen. Konvektion (aufsteigende Luftmassen, die Gewitter erzeugen) kommt damit gar nicht erst in Schwung. Hinzu kommt ein Instabilitäts-Index von null – die Atmosphäre ist durchgehend stabil geschichtet, es fehlt jeder dynamische Antrieb von oben.
Der Sonntag (26.07.) bringt eine erste, noch moderate Änderung: Der Instabilitäts-Index steigt auf 3 von 10, der Taupunkt-Gradient sinkt auf 8,2 Grad. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent, es sind 3,5 mm möglich – das deutet auf Regen hin, nicht auf organisierte Gewitter. Das eigentliche Risiko baut sich für Montag auf: Der Index klettert auf 6 von 10, der Taupunkt-Gradient fällt auf 5,7 Grad – ein Wert, der feuchte Luftmassen und damit echtes Gewitterpotenzial anzeigt. Bei 7 mm Niederschlag und 58 Prozent Wahrscheinlichkeit ist für Montag mit schauerartigem Regen und einzelnen Gewittern zu rechnen – Risikostufe moderat bis erhöht. Böen bis 37 km/h können bei gleichzeitig feuchter Luft lokale Windscherung begünstigen, die Gewitter organisierter und heftiger werden lässt. Dienstag beruhigt sich die Lage wieder deutlich.
Auch wenn heute Abend keine Warnung notwendig ist, lohnt ein Blick auf die nächsten Tage: Wer für Montag Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Fahrten plant, sollte die Wetterentwicklung im Blick behalten. Typische Warnsignale vor Gewittern sind ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad binnen kurzer Zeit, deutlich auffrischende Böen und schnell aufziehende dunkle Cumuluswolken im Westen oder Südwesten. Bei Blitz und Donner gilt: Offene Gewässer, Berge und Einzelbäume sofort verlassen, feste Gebäude oder Fahrzeuge mit Metalldach aufsuchen. Elektrogeräte vom Strom trennen.
