Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in Deutschland eine klare Entwarnung bei Gewittern. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 7 von 10 – ein Wert, der auf dem Papier aufhorchen lässt –, doch entscheidend ist die Kombination mit den übrigen Parametern: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 3 Prozent, der Himmel bleibt weitgehend trocken, und es fehlt der feuchte Tiefenauftrieb, der Gewitterzellen erst richtig in Gang setzt. Das Gewitterrisiko für heute Abend und die Nacht auf Sonntag stufen wir daher als NIEDRIG ein. Nennenswert sind allerdings die Böen, die regional auf bis zu 41 km/h ansteigen können – kein Gewitter, aber durchaus spürbar im Freien.
Warum bleibt es trotz des erhöhten Instabilitäts-Index trocken? Der Schlüssel liegt im Zusammenspiel von Feuchte und Taupunkt-Gradient. Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt heute 5 °C – das bedeutet, die Luft ist zwar nicht knochentrocken, aber noch weit genug von der Sättigung entfernt, um keine organisierte Konvektion auszulösen. Als kritische Grenze gilt ein Wert unter 3 °C, unterhalb derer Feuchte und Auftrieb eine gefährliche Allianz eingehen. Die Luftfeuchte von 78 Prozent klingt zunächst hoch, reicht ohne ausreichenden dynamischen Antrieb aus der Höhe – also ohne ein tiefes Druckfeld, das Luft aktiv anhebt – jedoch nicht aus, um Gewitterzellen zu initiieren. Die Windscherung, also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, bleibt ebenfalls zu schwach, um rotierende Gewitterstrukturen, sogenannte Mesozyklonen, aufzubauen.
Der Blick auf Sonntag, den 20. September, zeigt eine deutlich unruhigere Wetterküche. Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – das höchste Niveau im aktuellen Vorhersagezeitraum. Gleichzeitig sinkt die Temperatur-Taupunkt-Differenz auf 4,2 °C, was die Atmosphäre spürbar feuchter und labiler macht. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 36 Prozent bei erwarteten 2,8 mm, Böen können bis 43 km/h erreichen. Das Gewitterrisiko für Sonntag stufen wir als MODERAT ein. Besonders der Kombination aus hoher Instabilität und feuchterer Grundschicht gilt unsere Aufmerksamkeit – schauerartiger Regen ist wahrscheinlich, einzelne kurze Gewitter vor allem in der ersten Tageshälfte nicht ausgeschlossen. Zum Montag hin baut die Lage deutlich ab: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 11 Prozent – Entspannung ist in Sicht. Der Dienstag präsentiert sich mit nahezu identischen Tages- und Nachttiefstwerten, kaum Wind und minimalem Niederschlagsrisiko als ruhigster Tag der Woche.
Auch wenn heute Abend keine direkte Gewittergefahr besteht, lohnt ein wachsames Auge auf den Wetterwechsel Richtung Sonntag. Warnsignale für aufkommende Schauer oder Gewitter sind ein rascher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, plötzlich zunehmende Böen sowie eine schnelle Verdunkelung des Himmels durch aufziehende Quellwolken. Wer am Sonntag plant, längere Zeit im Freien zu verbringen – ob beim Sport, auf dem Wasser oder beim Wandern –, sollte die Wetterentwicklung am Morgen genau beobachten und eine Rückzugsoption einplanen. Auf offenen Gewässern gilt: Bei auffrischenden Böen über 40 km/h und dunklen Wolken am Horizont sofort das Ufer ansteuern. Autofahrer sollten bei Schauern die Geschwindigkeit reduzieren und auf Aquaplaning-Gefahr bei nasser Fahrbahn achten.
