Dax springt nach Nahost-Waffenruhe um 5,2 Prozent auf 24.110 Punkte

via dts Nachrichtenagentur

Der Deutsche Aktienindex Dax ist am Mittwoch nach der vereinbarten Feuerpause im Iran-Krieg mit einem kräftigen Kurssprung in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.110 Punkten berechnet und damit satte 5,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

An der Spitze der Kursliste rangierten Siemens Energy, Infineon und Heidelberg Materials, während die Deutsche Börse, BASF und RWE die Schlusslichter bildeten.

„Es gibt eine Waffenruhe. Die angedrohten verheerenden Angriffe bleiben zumindest vorerst aus“, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners die Entwicklung. „Jetzt müssen die anstehenden Gespräche zeigen, ob ein dauerhaft tragfähiger Friedensweg gefunden werden kann.“ Die Waffenruhe sei für die Weltwirtschaft und für die Börsen eine gute Nachricht. „Durch die Öffnung der Straße von Hormus kann jetzt Öl aus den vollen Lagern abtransportiert werden.“

„Die Börsen feiern die Waffenruhe. Der Ölpreis bricht ein, Aktienkurse steigen. Gleichzeitig sinken die Zinsen“, erläuterte Altmann weiter. Es bestehe die Hoffnung, dass die Notenbanken den Inflationsschub jetzt als temporär betrachten werden und ihre Geldpolitik weniger stark straffen. „Zusätzlich befeuert wird die Rally sicherlich durch diejenigen, die jetzt ihre Short-Positionen schließen oder schließen müssen.“

Trotz aller Euphorie mahnte der Marktexperte zur Vorsicht: „Es wird lange dauern, bis der Energiemarkt zu seiner normalen Funktionsweise zurückfindet.“ Die Opec-Staaten hätten im März so wenig Öl in einem Monat gefördert wie zuletzt im August des Jahres 1990 während des Golfkrieges. „Und dieses Öl fehlt jetzt.“ Viele Ölfelder müssten jetzt langsam wieder hochgefahren werden. Dazu kämen Beschädigungen insbesondere im Bereich der Gasförderung.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochmorgen stärker: Ein Euro kostete 1,1693 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8552 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen sehr stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 94,53 US-Dollar, das waren 14,74 Dollar oder 13,5 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.