Ein 90-jähriger Bielefelder ist am Freitag Opfer eines Betrügers geworden, der mit einem falschen Gewinnversprechen über 20.000 Euro einen fünfstelligen Geldbetrag erbeutete. Der Täter nutzte eine Fernzugriffsoftware, um Überweisungen über das Online-Banking des Seniors zu veranlassen.
Gegen 11 Uhr erhielt der 90-Jährige einen Anruf von einer Mobilfunknummer. Der Anrufer stellte ihm einen Gewinn von über 20.000 Euro in Aussicht. Unter dem Vorwand, den Senior auf die Internetseite des angeblichen Glücksspielanbieters zu leiten, forderte er ihn auf, eine Fernzugriffsoftware herunterzuladen.
Anschließend öffnete der Betrüger eine Internetseite, um den älteren Mann von der Echtheit des Gewinnversprechens zu überzeugen. In dem Glauben, den Gewinn zu erhalten, gab der 90-Jährige Angaben zu seiner Bank preis. Der Anrufer navigierte daraufhin zu seinem Online-Banking-Account und erfragte die Zugangsdaten. Auch eine Freigabe über das Handy erfolgte auf Anweisung des Betrügers.
Da dem Senior das Verhalten des Anrufers zunehmend verdächtig vorkam, fotografierte er die Internetseiten ab und verständigte unmittelbar nach dem Telefonat seine Bank. Bei einem Besuch in der Filiale erfuhr der Bielefelder, dass bereits mit einer Echtzeitüberweisung ein Betrag in fünfstelliger Höhe abgebucht worden war.
Die Polizei warnt vor falschen Gewinnspielversprechen und rät dringend davon ab, unter keinen Umständen Zugangsdaten am Telefon preiszugeben. Einen Fernzugriff sollten nur Personen erhalten, die man kennt und persönlich beauftragt hat, Änderungen am Rechner vorzunehmen. Die Beamten empfehlen außerdem, mit Angehörigen über diese Betrugsmasche zu sprechen.