Speedmarathon in Hessen: Über 10.000 Verstöße bei 352.000 kontrollierten Fahrzeugen

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Bei dem hessenweiten Speedmarathon am gestrigen Tag haben Polizei und kommunale Ordnungskräfte an über 230 Messstellen 352.004 Fahrzeuge kontrolliert. Die Einsatzkräfte stellten dabei 10.248 Geschwindigkeitsverstöße fest, was einer Beanstandungsquote von rund 2,9 Prozent entspricht.

An den Kontrollen beteiligten sich über 570 Polizeibeamte sowie Mitarbeiter der Kommunen. Trotz der zuvor angekündigten und veröffentlichten Messstellen ignorierten zahlreiche Fahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen. 103 Verkehrsteilnehmer müssen nun mit einem Fahrverbot rechnen. In 39 Fällen leiteten die Kontrolleure Strafverfahren ein und führten 44 Blutentnahmen zu Beweiszwecken durch.

Besonders schwerwiegende Verstöße ereigneten sich in mehreren hessischen Städten. In Wiesbaden stoppte die Polizei nachmittags einen Raser in der Stegerwaldstraße im Bereich einer Schule. Der Mann fuhr mit gemessenen 70 km/h in einer 30er-Zone und hatte zudem Kennzeichen eines anderen Autos an seinem Fahrzeug angebracht. Während der Kontrolle ergaben sich außerdem Hinweise auf Drogenkonsum. Der Fahrer übersah fast den Anhalteposten und musste zur Dienststelle, wo eine Blutentnahme durchgeführt wurde.

In Frankfurt am Main erwischten Einsatzkräfte einen Lamborghini-Fahrer auf der Hanauer Landstraße mit 88 km/h bei erlaubten 50 Stundenkilometern. Der Raser muss nun einen Monat lang zu Fuß gehen und zusätzlich 260 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte hinnehmen.

Nahe einer Schule in Kassel im Bereich Unterneustadt/Leipziger Straße blitzte die Polizei ein Fahrzeug mit 61 km/h in einer 30er-Zone – mehr als doppelt so schnell wie erlaubt. Auch dieser Verstoß zieht Punkte, Bußgeld und Fahrverbot nach sich.

In Mittelhessen führte die Kontrolle eines Opel-Fahrers an der Bundesstraße 457 nahe Gießen zu mehreren Strafverfahren. Das Auto hatte polnische Kennzeichen eines anderen Fahrzeugs montiert, zudem besteht der Verdacht, dass der Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis besitzt.

Den traurigen Spitzenreiter stellten Beamte in Mittelhessen fest: Ein Motorradfahrer raste mit 101 km/h durch eine Baustelle auf der Bundesstraße 255 nahe Herborn, obwohl dort Tempo 50 vorgeschrieben ist. Er muss ebenfalls einen Monat lang zu Fuß gehen und erhält Punkte sowie ein Bußgeld.

Polizeioberrat Stefan Jilg vom Polizeipräsidium Mittelhessen, Gesamteinsatzleiter des Speedmarathons, betonte: „Geschwindigkeit ist weiterhin eine Hauptunfallursache. Es ist erfreulich, dass sich der Großteil der überprüften Verkehrsteilnehmer an die Regeln gehalten hat. Gemeinsam können wir alle für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Als Polizei danken wir ausdrücklich allen, die sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und so aktiv dazu beitragen, schwere Unfälle zu reduzieren und die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren.“

Innenminister Roman Poseck würdigte den Einsatz und unterstrich die Bedeutung der Kontrollen: „Ich danke allen Beteiligten aus Polizei und Kommunen. Gemeinsam haben unsere Einsatzkräfte die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit und die oft schwerwiegenden Folgen von Unfällen deutlich in den Mittelpunkt gerückt. Nach den Rückmeldungen vor Ort verliefen die Gespräche überwiegend positiv; viele Bürger zeigten Verständnis und Einsicht. Zugleich macht die Aktion deutlich, dass weiterhin Personen unterwegs sind, die rücksichtslos rasen und konsequent aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Gegen uneinsichtige Verkehrsteilnehmer braucht es klare und spürbare Konsequenzen. Neben Prävention und Aufklärung werden wir deshalb auch künftig mit verstärkten Kontrollen in die Sicherheit der Menschen investieren.“