Deutschlands Verbraucherschützer verlangen von der Bundesregierung eine Verlangsamung des Tempos bei der geplanten Gesundheitsreform. Die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, kritisierte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ das hohe Tempo der Reform als problematisch.
„Wir finden es schwierig, dass die Reform so übers Knie gebrochen wird“, sagte Pop der NOZ. In weniger als zwei Wochen soll der Gesetzentwurf vorgelegt werden, was aus Sicht der Verbraucherschützer zu schnell ist. „So richtig es ist, Tempo zu machen, so gefährlich wäre ein Schnellschuss“, warnte Pop und betonte: „Bei so einem Großprojekt braucht es eine vernünftige Expertenanhörung und Diskussion.“
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte am Donnerstag ihren Gesetzentwurf für die Reform vorgestellt. Mit der Reform sollen bereits im kommenden Jahr 20 Milliarden Euro eingespart werden, um weitere Beitragssteigerungen zu verhindern. Bundeskanzler Friedrich Merz plant einen ambitionierten Zeitplan: Die Reform soll noch im April das Kabinett passieren und vor der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden.
Trotz der Kritik am Zeitplan unterstützt der VZBV die Reform inhaltlich weitgehend. „Wir haben eines der teuersten, aber nicht der effektivsten Gesundheitssysteme auf der Welt. Für den Ehrgeiz, daran endlich etwas zu ändern und die gesetzlich Versicherten zu entlasten, gibt es deswegen grundsätzlich volle Unterstützung von uns“, erklärte Pop zur NOZ. Der Wunsch der Verbraucherschützer lautet daher: „Dass sich die Regierung etwas mehr Zeit nimmt, damit die Gesundheitsreform gelingt.“