Europäische Autokäufer haben im März so viele batterieelektrische Fahrzeuge neu zugelassen wie noch nie zuvor. Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos stieg auf rund 360.000 Fahrzeuge, wie Daten des Dienstleisters Dataforce für das „Handelsblatt“ zeigen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Das Elektrosegment wächst damit deutlich stärker als der europäische Gesamtautomarkt, der um rund neun Prozent auf 1,7 Millionen Fahrzeuge zugelegt hat. Grund für diese Entwicklung ist auch der starke Rückgang bei Verbrenner-Modellen: Die Neuzulassungen von Autos mit Verbrennermotoren sanken um etwa 13 Prozent auf rund 470.000 Fahrzeuge. Dadurch nähern sich die Zulassungszahlen von Verbrennern und Elektroautos weiter an.
Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt steigen Nachfrage und Absatz von Elektrofahrzeugen. Der frühere Finanzminister Christian Lindner, heute Vertriebsvorstand des Autohändlers Autoland, berichtet dem „Handelsblatt“ von einem gestiegenen Interesse an E-Autos im ländlichen Raum in den vergangenen Wochen. Gekauft werden dort jedoch eher Plug-in-Hybride – Modelle, die Verbrennungs- und Elektromotor miteinander kombinieren. Diese haben ebenfalls an Popularität gewonnen und verzeichneten im März einen Zuwachs von 28 Prozent bei den Neuzulassungen.
„In den Metropolen zieht auch der Absatz von E-Autos an“, sagte Lindner zur unterschiedlichen Entwicklung zwischen Stadt und Land. Die positive Entwicklung lässt sich laut Experteneinschätzungen nur zum Teil durch die Effekte des Iran-Krieges erklären. Derzeit wiegen zwei andere Gründe schwerer: staatliche Förderprogramme in ganz Europa und ein wachsendes Angebot an Elektrofahrzeugen.