Extreme Dürre im Norden Hessens – Süden bleibt verschont

Die Dürresituation in Hessen zeigt ein extremes Nord-Süd-Gefälle: Während der Norden des Bundeslandes unter außergewöhnlicher Trockenheit leidet, weisen die südlichen Regionen noch ausreichende Bodenfeuchtigkeit auf. Das zeigen die aktuellen Daten des UFZ Dürremonitors vom 22. April 2026.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Besonders dramatisch ist die Lage in Nordhessen: Die Regionen um Kassel und das angrenzende Umland sind tiefrot eingefärbt – ein Zeichen für außergewöhnliche Dürre im Boden. Diese kritischen Werte erstrecken sich großflächig über den gesamten nördlichen Teil des Bundeslandes. In Mittelhessen um Marburg und Gießen herrscht ebenfalls deutliche Trockenheit mit orange bis roten Markierungen. Deutlich entspannter zeigt sich die Situation im Süden: Der Rhein-Main-Raum um Frankfurt sowie der südliche Landesteil weisen gelbe Färbungen auf, was auf noch ausreichende Bodenfeuchte hindeutet.

Die Wetterdaten der vergangenen Woche zeigen mit 16,7 Millimeter Niederschlag zwar moderate Regenmengen, diese konnten jedoch die angespannte Bodenfeuchtesituation im Norden nicht entschärfen. Die milden Temperaturen mit einem Durchschnitt von 10,3 Grad und Spitzenwerten bis 20,1 Grad haben zusätzlich zur Verdunstung beigetragen. Verschärfend kommt hinzu, dass für die nächsten drei Tage kein Niederschlag erwartet wird – bei Höchsttemperaturen um 17,4 Grad wird die Verdunstung weiter anhalten und die Dürresituation verstärken.

Für die Landwirtschaft in Nordhessen bedeutet dies erhebliche Herausforderungen: Feldfrüchte leiden unter Wassermangel, was Ernteerträge gefährden könnte. Auch die Forstwirtschaft ist betroffen – trockene Böden schwächen Bäume und erhöhen das Waldbrandrisiko. Die Wasserversorger müssen die Grundwasserstände im Auge behalten, während die südlichen Regionen Hessens vorerst glimpflicher davonkommen.

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