Schleswig-Holstein: Dürre erreicht den Nordosten – Ostholstein besonders betroffen (27.04.2026)

Die Dürresituation in Schleswig-Holstein spitzt sich regional zu: Während der Westen und Süden des Bundeslandes noch weitgehend normale Bodenfeuchtewerte aufweisen, zeigt der UFZ-Dürremonitor für den 25. April 2026 eine deutliche Verschlechterung im Nordosten. Besonders der Kreis Ostholstein und angrenzende Gebiete sind von mäßiger bis schwerer Dürre betroffen.

Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Die Karte des UFZ Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung offenbart ein geteiltes Bild: Während die westlichen Landesteile sowie Teile Schleswigs noch ausreichend Bodenfeuchte aufweisen, färben sich die östlichen Regionen zunehmend orange bis rot. Ostholstein zeigt bereits Anzeichen schwerer Dürre, erkennbar an den roten Markierungen auf der Bodenfeuchtekarte. Die nördlichen Gebiete um Flensburg und die Nordseeküste bleiben hingegen größtenteils verschont.

Die Wetterdaten der vergangenen Woche erklären diese Entwicklung: Mit nur 6,6 Millimetern Niederschlag war die Regenmenge deutlich zu gering, um die Böden ausreichend zu versorgen. Die Durchschnittstemperatur von 8,2 Grad Celsius bei Höchstwerten bis 17,5 Grad begünstigte zusätzlich die Verdunstung. Die Wetterprognose für die kommenden drei Tage verspricht keine Entspannung – kein Niederschlag ist vorhergesagt, bei Temperaturen zwischen minus 0,6 und 14,9 Grad sowie trockenen, nebligen Bedingungen.

Für die Landwirtschaft in Ostholstein bedeutet dies eine kritische Situation: Wintergetreide und Raps könnten in der wichtigen Wachstumsphase unter Wassermangel leiden. Auch die Wälder in der Region stehen unter Stress, was das Waldbrandrisiko erhöht. Die Wasserversorgung ist zwar noch nicht gefährdet, jedoch sollten Kommunen und Landwirte die Entwicklung genau beobachten. Naturschutzgebiete mit empfindlichen Feuchtbiotopen könnten ebenfalls betroffen sein.

Den aktuellen Wetterbericht für Schleswig-Holstein finden Sie hier.