Spionageverdacht in NRW: Kamera an Bahngleisen nahe Nato-Bataillon entdeckt – Razzia bei Litauer

(Symbolbild)

Wegen des Verdachts der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken hat der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Bielefeld am Dienstagmorgen, dem 28. April 2026, zwei Objekte in Detmold sowie in Bad Salzuflen durchsucht. Auftraggeber der Aktion ist die Staatsanwaltschaft Dortmund. Im Visier der Ermittler steht ein 43-jähriger litauischer Staatsangehöriger, der in Detmold wohnt.

Der Ausgangspunkt des Strafverfahrens liegt in einem Fund aus dem September 2025: Damals fiel in Minden eine versteckte Kamera auf, die an einem Lichtmast im Bereich von Bahngleisen in rund fünf Metern Höhe angebracht worden war. Der Standort war gezielt so gewählt, dass die Kamera sowohl den Personenverkehr als auch Gleise des Güterverkehrs erfassen konnte. Besonders brisant: Die Kamera war in unmittelbarer Nähe des deutsch-britischen Pionierbrückenbataillons 130 in Minden installiert. Die Ermittler schließen daher nicht aus, dass die Überwachungseinrichtung auch darauf abzielte, Informationen über dieses Militärbataillon zu gewinnen.

Trotz umfangreicher Ermittlungsmaßnahmen des Staatsschutzes Bielefeld konnten bislang weder die Hintergründe der Tat noch etwaige Auftraggeber ermittelt werden. Die Durchsuchungen an Wohnort und Arbeitsstelle des Tatverdächtigen dauerten zum Zeitpunkt der Meldung noch an.

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