Reichsflaggen in Dortmund-Dorstfeld: Polizist mit Gegenstand beworfen – 24-Jähriger in Gewahrsam

(Symbolbild)

Dortmund-Dorstfeld – Als Einsatzkräfte der Dortmunder Polizei am 1. Mai 2026 gegen 07:00 Uhr in der Tusneldastraße 25 schwarz-weiß-rote Fahnen (Reichsflaggen) sowie ein etwa sechs Meter breites und 1,5 Meter hohes Banner an einem Haus abnahmen, wurden sie aus einem Fenster im Obergeschoss mit einem Gegenstand beworfen, der einen Beamten nur knapp verfehlte. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ein.

In dem Gebäude halten sich nach Angaben der Polizei regelmäßig Personen aus dem rechtsextremistischen Spektrum auf. Die Beamten hatten die Hausbewohnenden zunächst aufgefordert, die Fahnen selbst abzuhängen. Da sie dieser Aufforderung nicht nachkamen, nahm die Polizei die Fahnen zum Großteil ab und beschlagnahmte sie – denn das Aufhängen der Reichsflaggen stellte nach rechtlicher Bewertung eine Ordnungswidrigkeit dar.

Nach dem Bewurf beantragte die Polizei über die Staatsanwaltschaft Dortmund beim Amtsgericht Dortmund einen Durchsuchungsbeschluss, um den sich noch im Gebäude aufhaltenden Tatverdächtigen zu ergreifen. Der zuständige Amtsrichter gab dem Antrag statt. Noch bevor die Durchsuchung begann, stellte sich der Verantwortliche jedoch selbst bei den Beamten vor Ort: ein 24-jähriger Dortmunder, der ebenfalls dem rechtsextremistischen Spektrum in Dortmund zugeordnet wird. Zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde er vorübergehend in Polizeigewahrsam gebracht.

Unterdessen hatte eine über Social Media verbreitete Mobilisierung dazu geführt, dass mehrere Personen aus dem rechten Spektrum als Zuschauer und Unterstützer vor Ort erschienen. Rund 20 von ihnen machten sich nach kurzer Zeit auf den Weg zum Dortmunder Hauptbahnhof, wo sie sich mit einer weiteren Gruppe von etwa 50 Personen aus dem rechten Spektrum zusammenschlossen, um gemeinsam nach Essen zu reisen. Einsatzkräfte der Bundespolizei begleiteten die Gruppe in einem Regionalexpress nach Essen, wo zur Gefahrenabwehr Identitätsfeststellungen und Gefährdeansprachen durchgeführt wurden. Weitere Informationen zu diesen Maßnahmen erteilt die Polizei Essen.

Der kriminalpolizeiliche Staatsschutz der Polizei Dortmund übernimmt die weiteren Ermittlungen.

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