Die Kaiserschnittrate in deutschen Kliniken hat 2024 einen Höchststand erreicht. Jede dritte Geburt (33,0 Prozent) erfolgte per Kaiserschnitt – der höchste Wert seit der deutschen Vereinigung. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit.
Von den 654.600 Frauen, die 2024 im Krankenhaus entbunden haben, brachten 215.900 ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Seit 1991 hat sich die Rate mehr als verdoppelt: Damals waren nur 15,3 Prozent aller Klinikgeburten per Kaiserschnitt erfolgt.
Die meisten Frauen entbinden weiterhin auf natürlichem Weg: 60,1 Prozent der Krankenhaus-Entbindungen verliefen ohne operative Eingriffe. Bei 6,7 Prozent der Geburten kam eine Saugglocke zum Einsatz, bei 0,2 Prozent eine Geburtszange.
Regional zeigen sich große Unterschiede bei den Kaiserschnittraten. Hamburg führt mit 36,4 Prozent, gefolgt vom Saarland mit 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent. Die niedrigsten Werte verzeichnen Sachsen (27,4 Prozent), Brandenburg (27,6 Prozent) und Berlin (29,9 Prozent).
Das Personal in der Geburtshilfe ist gewachsen: 2024 leisteten rund 12.900 Hebammen und Entbindungspfleger Geburtshilfe in deutschen Krankenhäusern – 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr mit rund 12.500. Davon waren 88,9 Prozent (11.400) fest angestellt, 11,1 Prozent (1.400) arbeiteten als Belegkräfte.