Ifo-Geschäftsklima: Automobilindustrie durch Iran-Krise zusätzlich belastet

via dts Nachrichtenagentur

Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im April deutlich verschlechtert. Der Ifo-Indikator fiel auf -23,8 Punkte, nachdem er im März noch bei -19,0 Punkten gelegen hatte, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte.

Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage besser bewerteten als im Vormonat, blicken sie erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Die Geschäftserwartungen brachen auf -30,7 Punkte ein, von -15,3 Punkten im März. „Die Iran-Krise belastet die ohnehin geschwächte Autoindustrie zusätzlich“, erklärte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

In der Automobilindustrie machen sich bereits erste Anzeichen von Materialknappheit bemerkbar. Bei 9,3 Prozent der Unternehmen fehlten im April wichtige Vorprodukte, während es im März noch knapp ein Prozent waren. „Die Iran-Krise beeinträchtigt etwa die Produktion und Lieferung von Helium“, sagte Wölfl. Das Edelgas sei direkt und indirekt für die Automobilproduktion wichtig.

Helium wird in der Chipproduktion, für Airbags, bei der Metallbearbeitung und der Leckortung von Batterien verwendet. Die EU bezieht laut der Deutschen Rohstoffagentur mit etwa 40 Prozent einen bedeutenden Anteil ihres Heliumbedarfs aus Katar, alternative Importquellen sind rar.

Zusätzlich wirkt sich die Iran-Krise indirekt auf die gesunkenen Geschäftserwartungen aus: Die generelle Unsicherheit bei Unternehmen und Haushalten steigt. Zusammen mit den hohen Energiepreisen könnte dies für Kaufzurückhaltung beim Kauf von Neuwagen sorgen.

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