Eine Seniorin aus Bad Buchau ist am Samstagnachmittag Opfer eines dreisten Betrugs geworden. Ein unbekannter Täter gab sich am Telefon als Mitarbeiter eines Softwareunternehmens aus und ergaunerte so Geld durch unerlaubte Überweisungen sowie durch die Codes von digitalen Gutscheinkarten. Die Frau erstattete am Montag Anzeige bei der Polizei Bad Schussenried.
Der Betrug begann, während die Seniorin am Nachmittag im Internet surfte. Plötzlich erschienen mehrere Meldungen auf ihrem Bildschirm, gefolgt von unerwarteten Störungen auf ihrem Laptop. Ein Pop-up-Fenster öffnete sich und forderte sie auf, eine Mobilfunknummer eines angeblichen Störungsdienstes anzurufen. Die Frau folgte dieser Aufforderung – und fiel damit in die Falle.
Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Mann, der vorgab, Mitarbeiter eines Softwareunternehmens zu sein. Die Seniorin vertraute dem Unbekannten und erlaubte ihm einen Fernzugriff auf ihren PC. Durch geschickte Gesprächsführung brachte der Betrüger die Frau dazu, ihm auch Zugang zu ihrem Online-Banking-Portal zu gewähren. Innerhalb kurzer Zeit veranlasste er mehrere Überweisungen auf unterschiedliche Empfängerkonten. Allerdings war nur eine davon erfolgreich – in einem Betrag im unteren vierstelligen Bereich.
Damit gab sich der Unbekannte jedoch nicht zufrieden. Er forderte die Seniorin zusätzlich auf, Codes von digitalen Gutscheinkarten zu beschaffen und ihm zu übermitteln. Offenbar verließ die Frau während der rund einstündigen Aktion das Haus, besorgte die Gutscheinkarten und gab dem Betrüger die entsprechenden Codes telefonisch durch. Erst in diesem Moment dämmerte der Seniorin, dass sie einem Betrüger aufgesessen war. Die Polizei Bad Schussenried hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Polizei gibt folgende Hinweise, um sich vor solchen Betrugsmaschen zu schützen: Private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten und Zugangsdaten zu Kundenkonten sollten niemals an Unbekannte weitergegeben werden. Auch der Fernzugriff auf den eigenen Rechner – etwa durch die Installation einer Fernwartungs-Software – sollte keinem Fremden gestattet werden.
Wer bereits Opfer eines solchen Betrugs geworden ist, sollte sofort den Rechner vom Internet trennen und herunterfahren. Über ein nicht betroffenes Gerät sollten umgehend alle möglicherweise kompromittierten Passwörter geändert werden. Der eigene Rechner sollte überprüft und die Fernwartungs-Software gelöscht werden. Zudem empfiehlt die Polizei, Kontakt zu allen Zahlungsdiensten und Unternehmen aufzunehmen, deren Zugangsdaten in die Hände der Täter gelangt sein könnten, sowie das eigene Geldinstitut zu kontaktieren, um bereits getätigte betrügerische Zahlungen möglicherweise zurückzubuchen. Abschließend sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Wer im Zusammenhang mit dem Firmennamen Microsoft betrogen wurde, kann den Betrug oder den Versuch zusätzlich direkt bei Microsoft unter www.microsoft.com/de-DE/concern/scam melden.