Zwei Seniorinnen aus Dorsten und Marl sind in den vergangenen Tagen Opfer von Trickbetrügern geworden. Die Täter erbeuteten Goldschmuck, Silberbesteck und Perlenketten durch falsche Polizeibeamte und einen angeblichen Hausmeister.
Am Dienstagnachmittag erhielt eine Seniorin aus Dorsten einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten. Dieser teilte ihr mit, dass im Umfeld der Frau mehrere Täter festgenommen worden seien. Es bestehe der Verdacht, dass auch ihre Wertgegenstände nicht mehr sicher seien. Die Täter forderten die Dame auf, Schmuck und Silberbesteck zu übergeben, damit die Sachen „dokumentiert“ werden könnten. Auch ein angeblicher Staatsanwalt schaltete sich in das Gespräch ein.
Die Seniorin wurde bewusst unter Druck gesetzt und übergab die Wertgegenstände an einen Mann, der zu ihr nach Hause an den Schlehenweg gekommen war. Der Abholer war etwa 30 bis 40 Jahre alt, circa 1,78 bis 1,80 Meter groß, von schlanker Statur mit dunklen, kurzen Haaren und sprach gut Deutsch.
Bereits am Montagmachmittag klingelte ein Mann bei einer älteren Dame in Marl an der Josefa-Lazuga-Straße. Er gab sich als neuer Hausmeister aus und erklärte, er müsse die Wohnung überprüfen. Die Frau ließ ihn daraufhin herein. Der Unbekannte durchwühlte offenbar mehrere Schubladen. Erst am nächsten Tag stellte die Seniorin fest, dass diverser Schmuck – darunter auch Perlenketten – fehlte.
Der falsche Hausmeister war etwa 40 bis 50 Jahre alt, circa 1,85 Meter groß, von kräftiger Statur mit dunklen, kurzen Haaren, einem dunklen, kurzen Bart und sprach gut Deutsch.
Die Polizei sucht Zeugen, die in Dorsten oder Marl verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu den beschriebenen Tätern geben können. Sie können sich bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0800/2361 111 melden.
Die Polizei warnt eindringlich vor diesen Betrugsmaschen: Echte Polizeibeamte fordern niemals am Telefon dazu auf, Wertsachen herauszugeben oder an angebliche Abholer zu übergeben. Bei solchen Anrufen sollte sofort aufgelegt und der Notruf 110 gewählt werden. Unbekannte Personen sollten nicht in die Wohnung gelassen werden. Bei angeblichen Handwerkern, Hausmeistern oder Amtspersonen sollte immer ein Ausweis verlangt werden. Im Zweifel sollte bei der zuständigen Stelle angerufen werden.
Niemals sollten Bargeld, Schmuck oder andere Wertsachen an fremde Personen übergeben werden. Verdächtige Anrufe oder Besuche sollten mit Nachbarn oder Angehörigen besprochen werden. Opfer eines Betrugs sollten sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.
Zuletzt gab es auch wieder Fälle des „Kettentricks“. Dabei werden gerade ältere Menschen gezielt angesprochen und zum Beispiel nach dem Weg gefragt. Dem folgt ein überschwänglicher Dank in Form von Umarmungen und körperlicher Nähe. Auch das Anlegen einer Kette zum Dank ist keine Seltenheit. Hier tauschen die Kriminellen den hochwertigen Schmuck ihrer Opfer durch wertlosen Modeschmuck aus oder nehmen diesen einfach weg.