Polizistinnen und Polizisten aus Bremen und Niedersachsen haben am Montag zwei weitere Haftbefehle in einem umfangreichen Betrugsverfahren vollstreckt. Spezialkräfte durchsuchten sechs Wohnungen in den Bremer Stadtteilen Mitte, Findorff, Gröpelingen und Walle und nahmen zwei Beschuldigte im Alter von 42 und 16 Jahren fest.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen und der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes Bremen sowie der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg erstreckten sich über mehrere Monate. Den Festgenommenen wird vorgeworfen, die Abholung von Tatbeute bei sogenannten falschen Polizisten-Anrufen organisiert und koordiniert zu haben. Dabei setzten sie überwiegend Minderjährige zur Abholung der Wertgegenstände ein.
Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte und Staatsanwälte aus und arbeiteten dabei aus ausländischen Call-Centern. Sie spielten ihren Opfern über einen längeren Zeitraum verschiedene Geschichten vor – etwa dass ein Einbruch bevorstehe oder das Geld aufgrund krimineller Aktivitäten bei der Bank nicht mehr sicher sei. Durch diese gezielten Täuschungen brachten sie die Geschädigten dazu, Bargeld, Schmuck, Gold und Münzen an weitere Mittäter auszuhändigen. Die Übergabe fand ausschließlich an den Wohnanschriften der Opfer statt.
Bei den Durchsuchungsmaßnahmen fanden die Ermittler Bargeld, Schmuck, Mobiltelefone und weitere Beweismittel, die sie sicherstellten. An den Maßnahmen waren auch Geldspürhunde und Finanzermittler beteiligt. Zusätzlich wurde ein Vermögensarrest von über 340.000 Euro erwirkt. Die beiden Festgenommenen werden noch am Montag einem Haftrichter vorgeführt.
Bei drei weiteren Verdächtigen im Alter von 16, 17 und 23 Jahren dauern die Ermittlungen an. Durch die Ermittlungsarbeit wurden bis dato acht Taten in Norddeutschland aufgeklärt. Bei den Tatbegehungen kam es überwiegend zu hohen Schadenssummen, wobei die Ermittler durch ihre Arbeit mehrere weitere Schäden verhindern konnten.
Bereits am 24. Februar waren in einem ähnlich gelagerten Ermittlungsverfahren fünf Haftbefehle vollstreckt worden. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen. Die Polizei werde niemals nach Geld oder Wertsachen fragen und um deren Herausgabe bitten. Bei Unsicherheit sollten Betroffene das Gespräch beenden, eine Vertrauensperson hinzuziehen oder Angehörige unter der bekannten Nummer anrufen. Niemals sollten Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben werden.
Das Präventionszentrum der Polizei Bremen ist unter 0421 362-19003 erreichbar. Weitere Tipps gibt es unter www.polizei.bremen.de oder www.polizei-beratung.de.